Samstag, 23. August 2008

Sinnlosbeitrag...

Das Schöne an einer mehrstündigen Autofahrt Richtung Kärnten mit zwei wunderbaren Frauen ist, dass man die Zeit wirklich konstruktiv nutzen kann, um all die unerledigten Dinge abzuarbeiten, die liegengeblieben sind.

... wobei wir eigentlich vier Frauen im Auto waren, da das Navi ständig mitgesprochen hat und mich drauf hingewiesen hat, dass ich "soeben die geplante Route verlassen habe". Oder gemeint hat "hier links abbiegen" (mitten auf der Autobahn... jo, eh...).

Eigentlich bin ich kein Mensch, der seinen Gebrauchsgegenständen Namen gibt. Mein Auto heißt schlichtweg Auto oder Clio, die Nespressomaschine hat keinen Namen... aber mein Navi hat seit gestern einen. Darf ich vorstellen: Kerstin!

Dienstag, 19. August 2008

Griechenland



Gestern Abend endlich der Anruf vom Reisebüro: meine Tickets sind ab sofort abholbereit, Zakynthos, ich komme!

Kiss...

Weil ich es grad bei Hikari gesehen habe:


Your Famous Movie Kiss is from Gone With The Wind

"Great balls of fire. Don't bother me anymore, and don't call me sugar."

Jo, eh...

Montag, 11. August 2008

Meine kleine Chu-Chi Maus...

Kosenamen... wohl jeder kennt diese Anleihen (zumeist aus dem Tierreich), mit denen wir von liebenden Mitmenschen bedacht werden oder die wir unserer Umwelt aufnötigen. In der Familie kommt man ohne sie nur sehr selten aus, und lustigerweise weiß ja auch jeder, wer gemeint ist - wenn meine Mutter ihr "Mäuschen" ruft, dann weiß ich, dass sie mich sucht, und bei "Schätzchen" eilt mein Dad herbei.

Ich muss gestehen, ich bin auch von der Sorte Mensch, die ihre Mitmenschen mit allen möglichen Kosenamen bedenkt. Im Büro läuft eine Menagerie von Hasis, Mäuschen, Bussibären und Schatzis rum (weil ich mich nie entscheiden kann, soll ich "Schaf" oder "Ziege" sagen...) - wenn ich sehr schlecht gelaunt bin, kann auch mal ein "Goldstück" oder ein "Herzblatt" dazu kommen (da gehen die Kollegen aber schon freiwillig in Deckung), meine Freundinnen werden mit "Schönste", "Süße" oder "Mauserl" bedacht, mein bester Freund ist schon seit Jahren mein "Schätzchen". Und wie ist es mit dem Mann in meinem Leben?

Gewiss, wenn meinem Liebsten etwas weh tut, dann sage ich zu ihm "oh weh, du bist aber jetzt ein armer Hase", aber das ist eine Redewendung, die ich auch im Büro verwende. Aber sonst spreche ich ihn nur mit seinem Vornamen an, alleine bei dem Gedanken, das allseits beliebte "Schaaaaahaaaaatz" durch einen Raum zu brüllen, sträuben sich mir die Nackenhaare. Ihn mit einem Nagetier vergleichen? Undenkbar... Und auch er spricht mich ausschließlich mit meinem abgekürzten Vornamen an. Ist unsere Beziehung deswegen weniger liebevoll?

Ich denke, das Liebevolle in einer Beziehung äußert sich nicht darin, ob man den Partner mit einem Kosenamen bedenkt. Denn auch ein "Schnuckelchen" kann - im Streit um die Ohren geknallt - ganz schön schmerzen. Außerdem - ganz ehrlich: wenn er mir mit seiner angenehmen Stimme meinen Namen ins Ohr flüstert, klingt es so, als würde er einen Kosenamen für mich verwenden, und im Gegensatz zum beliebten "Schatz" teile ich den nicht mit Millionen anderer Frauen, der gehört nur mir alleine...

Samstag, 9. August 2008

Brazil

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich hier schon mal darüber philosophiert, wie man der Bikinizone - haartechnisch betrachtet - am erfolgreichsten zu Leibe rücken kann. Und ich gehe auch schon regelmäßig zur Kosmetikerin, um eben besagte Bikinizone harzen zu lassen. Is' nicht teuer, tut nicht weh, und es schaut hübscher aus, wenn man beim Slip oder beim Bikinihöschen links und rechts nicht einen halben Urwald stehen hat. Soweit, so gut.

Was aber, wenn man in Carrie-Bradshaw-Manier mal den totalen Kahlschlag probieren will? Und sich nicht alle zwei Tage beim Rasieren in sehr, sehr, sehr schmerzempfindliche Körperteile schneiden will? Dafür haben die Kosmetikindustrie und einige Masochisten das brazilian Waxing erfunden.

Ich liege heute also ziemlich entblößt vor meiner Kosmetikerin (und frage mich die ganze Zeit, ob das wohl nun der Zeitpunkt wäre, an der ich ihr das du-Wort anbieten sollte), versuche, mir den schlimmstmöglichen Schmerz vorzustellen und rede mir ein, dass das Wachsen unmöglich so weh tun kann.

Tut's auch nicht. Gut, angenehm ist was anderes, aber lustigerweise schmerzt das Augenbrauenzupfen deutlich mehr (wahrscheinlich, weil die Kosmetikerin dafür eine starke Lampe verwendet und meine Augen extrem lichtempfindlich sind - wie gut, dass man die Augen nur am Kopf hat...). Und ich fühle mich hinterher nicht wie John Wayne, der 12 Stunden im Sattel verbracht hat und die Beine nur noch mit Schmerzen schließen kann.

... aber nach einigen Stunden zeigt ein sehr schüchterner Blick in meine Intimzone, dass der Begriff "Rothaut" bis dato von der Menschheit eindeutig falsch verwendet wurde. Es bleibt wohl dabei: wer schön sein will, muss leiden. Oder so...

Donnerstag, 7. August 2008

Frühstücksunfälle

Ich sitze heute morgen ahnungslos bei meinem Kaffee, schlürfe den vorsichtig, hänge noch schlaftrunken dem Traum der vergangenen Nacht nach und denke weder etwas Böses (eigentlich denke ich an gar nichts) noch erwarte ich irgendwas spezielles, das mich beim "Wunder der Menschwerdung" begleitet, als ich auf einmal im Radio folgendes höre...

So schnell hab ich noch nie einen Kaffee über den Tisch gespuckt...

Hiermit meinen aufrichtigsten Dank an das Ö3-Comedy-Team: war ein nettes Wachwerden heute :-).

Donnerstag, 31. Juli 2008

Heute hatte ich "bad Clown" zum Frühstück

Neulich in meinem Xing-Posteingang…

Sehr geehrte Frau Julia,

ich bin Personalberaterin und unterstütze ein sehr renommiertes und erfolgreiches Beratungshaus bei der Suche und Auswahl hoch qualifizierter Mitarbeiter.

[hier folgt eine Jobbeschreibung für einen für mich gänzlich uninteressanten Job]

Bitte geben Sie mir kurz Feedback, ob die Positionen für Sie interessant sind.

Freundliche Grüße

S. T.

Nein, ist für mich definitiv nicht interessant. Aber seien wir nicht so und bleiben wir nett, lieb und freundlich…

Sehr geehrte Frau T.!
Herzlichen Dank für Ihr Angebot - ich bin im Augenblick nicht daran interessiert, mich beruflich zu verändern.
Mit freundlichen Grüssen
Julia

… kurz, prägnant, mit einem Satz alles gesagt und war doch eh nett von mir, oder?

Heute dann die Antwort auf meine Antwort:


Sehr geehrte Frau Julia,

vor einigen Tagen haben wir Sie angeschrieben, um Sie auf Positionen aufmerksam zu machen, die bei einem unserer Kunden vakant sind. Bisher habe ich noch keine Antwort erhalten und habe deshalb noch einige Informationen, um Ihr Interesse zu wecken:

[hier folgt wieder die Beschreibung für den von mir gänzlich uninteressanten Job]

Für weitere Details würden wir gerne mit Ihnen telefonieren. Bitte teilen Sie uns mit, wann und unter welcher Rufnummer wir Sie erreichen können oder rufen Sie uns unter den unten aufgeführten Rufnummern an. Meine Kontaktdaten sind für Sie freigeschaltet.

Sollten Ihre Interessensschwerpunkte anderweitig gelagert sein, ist eine kurze Info ebenfalls hilfreich für mich, um Ihnen andere Positionen, ggf. auch bei anderen Unternehmen, vorstellen zu können.

Ich freue ich mich über eine kurze Nachricht von Ihnen.

Viele Grüße

S. T.

Was ist los, red ich Suaheli? Ja, gut, jetzt bin ich nicht nett, aber sie bettelt ja geradezu darum…

Sehr geehrte Frau T.!

Wenn Sie in der PM, die Sie mir hier geschickt haben, etwas weiter nach unten scrollen, dann finden Sie als Antwort auf Ihren Wunsch nach Feedback:

Sehr geehrte Frau T.!
Herzlichen Dank für Ihr Angebot - ich bin im Augenblick nicht daran interessiert, mich beruflich zu verändern.
Mit freundlichen Grüssen
Julia


Wenn Sie mein Profil anclicken, dann sehen Sie, dass ich bei "warum ich auf Xing bin" KEIN Häkchen bei "Jobsuche" gesetzt habe. Und in meinem "ich suche" findet sich auch NICHT der sehr beliebte Eintrag "neue Herausforderungen" - all dies könnte unter Umständen implizieren, dass ich TATSÄCHLICH keinen neuen Job suche. Dies alles hat Sie nicht davon abgehalten, mich dennoch anzuschreiben, was ich Ihnen mit einem sehr höflichen, aber doch bestimmten "nein, danke, ich habe kein Interesse" beantwortet habe. Von Ihnen nun nochmals angeschrieben zu werden (mittels click auf den "antworten"-Button - man sollte meinen, dass derjenige, der des Lesens mächtig ist, einen Vorteil hat) und mir zu schreiben, dass Sie noch keine Antwort von mir erhalten haben, provoziert in mir die Frage "welchen Teil meiner PM haben Sie genau nicht verstanden?". Da empfehle ich Ihnen dann einen Blick auf die folgende Seite: http://de.wikipedia.org/wiki/Nein - vielleicht beseitigt das dann die Unklarheit.

Ich behalte mir auch vor, diese PM an Xing weiter zu leiten, da sie für mich in den Bereich "Belästigung" fällt.

Julia

Ist zugegeben echt nicht nett von mir, aber mir gehts jetzt besser - und die schreibt mich nicht mehr an!

Samstag, 26. Juli 2008

... sind wir nicht alle ein bisschen Monk?

Julia: Mein Liebster hat gesagt, ich bin Monk...
Kollegin: Ich finde Monk ja super, er ist so herrlich überzeichnet, und wenn er sich dann immer an seine diversesten Assistentinnen klammert...
Julia: Du, ich schau Monk nicht...
Kollegin: Wieso, gefällt dir die Sendung nicht?
Julia: Der is' mir zu neurotisch, des druck' i net durch...

Mittwoch, 23. Juli 2008

Hirnwichsen für Fortgeschrittene

Einsamkeit… Eines jener Wörter, das für die Meisten von uns einen sehr unangenehmen Beigeschmack hat – außer, man zählt zur Kategorie Einsiedler oder Menschenfeind und zieht die Gesellschaft einer Topfpflanze jeder menschlichen Gesellschaft vor. Nun, mit Einsiedlerei hab ich recht wenig am Hut, ebenso wenig mit Menschenhass – ich genieße die Gesellschaft von Menschen und habe sie auch gerne um mich. Ich habe aber auch bis dato nie ein Problem damit gehabt, wenn ich mal keinen Menschen um mich herum hatte. Einfach, weil ich auch für mich selbst immer ein guter Alleinunterhalter war, ich mich gut alleine beschäftigen konnte und Langeweile oder Einsamkeit für mich absolute Fremdworte waren. Und doch ist mein Leben seit einigen Wochen diesbezüglich anders…

Was hat sich eigentlich so sehr geändert? Früher war ich ein, zwei Tage in der Woche unterwegs und bin nur zum Schlafen nachhause gekommen, die übrige Woche war ich sehr zufrieden damit, dass ich abends daheim meine Ruhe hatte und keinen Menschen gesehen habe. Mir war auch nie langweilig, ich habe an der Kolumne gebastelt, im Internet gesurft, mit Freunden gechattet oder einfach nur ferngesehen. Ich war allein und habe das Alleinsein genossen – und habe mich dabei in meiner Haut pudelwohl gefühlt. Einsamkeit? Was ist das?

Und jetzt? Jetzt bin ich ein, zwei Abende in der Woche bei meinem Liebsten. Und ich genieße die Zeit, die ich mit ihm verbringe, genieße es, mit ihm zu philosophieren, mit ihm zu lachen, ihn zu berühren und ihn zu küssen. Zusätzlich bin ich ein, zwei Abende in der Woche mit Freunden unterwegs und schaffe es, Schlafdefizite von geradezu biblischen Ausmaßen aufzubauen. Somit sollte ich für jeden freien Abend, den ich alleine zuhause verbringen darf, unendlich dankbar sein. Zumindest sagt mir das mein Verstand – und ich bin doch so ein ausgeprägter Kopfmensch…

Genau betrachtet verbringe ich jetzt sogar deutlich weniger Zeit alleine zuhause als noch vor zwei Monaten. Und ich habe sogar noch einen Menschen mehr um mich, der mein Leben um Facetten bereichert, die es vorher nicht hatte. Eigentlich sollte ich der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt sein – Freunde, Familie und noch zusätzlich einen Liebsten, der Aufregung in meinen Alltag bringt. Meine Woche hat viel zu wenige Stunden, um all das unterzubringen, was ich gerne erledigen würde. Und doch…

Die Qualität meiner „freien Abende“ hat sich grundlegend geändert. Denn wenn ich jetzt alleine zuhause bin, spüre ich, dass mein Liebster nicht bei mir ist. Ich ertappe mich, dass es mir fehlt, die Dinge, die mir so tagsüber im Büro oder mit meinen Freunden passiert sind, mit ihm zu teilen. Dass ich es vermisse, dass er mir von seinem Tag erzählt, was ihn bereichert hat und worauf er hätte verzichten können. Dass ich dieses Problem, das mich so sehr quält, unbedingt mit ihm besprechen möchte, weil ich seine Sichtweise dazu kennen lernen will – dass der fehlende Gedankenaustausch eine große Lücke in mir hinterlässt. Dass ich – wenn er nicht bei mir ist – mich einsam fühle…

Ich habe in den letzten Wochen die Erfahrung gemacht, dass die Einsamkeit ein beschissener Gesellschafter ist. Hauptsächlich deshalb, weil dieses Miststück nie alleine kommt (eigentlich eine interessante Feststellung: die Einsamkeit kommt immer in Begleitung – woran das wohl liegen mag?), mit der Einsamkeit alleine käme frau ja sicher noch zurande, aber sie hat so zweifelhafte Gesellen wie den Selbstzweifel, die Unsicherheit und die Eifersucht im Schlepptau – und mit den vier Typen saufen zu gehen macht wahrlich keine Freude…

Und anstatt, dass ich etwas Sinnvolles tue, wenn ich alleine zuhause bin, wie mich erholen, die Erlebnisse mit meinen Freunden Revue passieren zu lassen oder mich einfach auf das nächste Treffen mit meinem Liebsten zu freuen, sitze ich wie ein Häufchen Elend am Sofa und quäle mich mit all den unsinnigen Fragen, die mich keinen Millimeter weiter bringen. Auf einen Schlag sind mein Selbstbewusstsein, mein Humor und mein Verstand meilenweit von mir entfernt und ich zermartere mir das Hirn über Probleme wie „warum will er nicht mehr Zeit mit mir verbringen“, „wieso bin ich ihm nicht wichtig genug, dass er seinen starren Wochenplan mir zuliebe ab und zu aufbricht“ und garniere diesen Irrsinn dann auch noch mit „eigentlich fühle ich mich, als ob ich ein Lückenbüßer für ihn bin, wenn er grad nichts besseres zu tun hat“. Und der Gipfel der Hirnwichserei ist endlich, endlich erreicht, wenn meine Unvernunft dann den beliebten sinnfreien Gedanken zulässt „bedeute ich ihm denn wirklich etwas, oder bin ich in Wahrheit doch nur ein Fickfroscherl für ihn“. Dann habe ich es erfolgreich geschafft, dass ich mich endlich ordentlich schlecht fühle… dann kann ich mich ausgiebig in meiner Destruktivität suhlen.

Glücklicherweise habe ich aber auch einen ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb, der mir dann einen kräftigen Tritt in den Hintern verpasst, mich an den Ohren zieht und mir eine Standpauke hält. Ich habe schließlich von Anfang an gewusst, dass er nicht viel Zeit hat. Ich weiß, dass er sich nicht nur körperlich von mir angezogen fühlt, sondern dass er auch Intellekt und Humor zu schätzen weiß – dass es für ihn das „Gesamtpaket Julia“ ist. Und ich schätze seine Ehrlichkeit mir gegenüber. Außerdem spüre ich ja, wie gut er mir tut und wie sehr er mein Leben bereichert – und das merke nicht nur ich, auch meine Freunde sagen mir oft, dass ich in letzter Zeit wieder viel ausgeglichener bin und dass ich neuerdings dieses Funkeln in den Augen habe, das man schon lange Zeit nicht mehr an mir gesehen hat.

Und dennoch… obwohl ich die meiste Zeit des Tages weiß, wie viel er mir bedeutet und in dieser Zeit auch spüre, dass es auch umgekehrt so ist, trotz allem schaffe ich es in kurzen, schwachen Momenten, dass ich mich von dem Menschen, den ich schätze, liebe und achte, in ein hilfloses Weibchen verwandle, das bereit ist, sich auf Gedeih und Verderb emotional an einen einzigen Menschen zu ketten, das sich selbst nur noch daran misst, wie viel Zeit der Liebste mit ihm verbringt. Und diese Erkenntnis bereitet mir im Augenblick ziemliche Sorgen…

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