Geburtstagsfeiern können etwas unglaublich Ödes sein – besonders, wenn sie unter einem speziellen „Motto“ stehen. Entweder, man beraubt die Gäste jedweder Individualität, indem man sie in eine Kleiderordnung zwängt (à la „Black and White“ oder „Hawaiianischer Abend“ – von Togaparties spreche ich da gar nicht) oder man verordnet ein kollektives Lustigsein in Richtung Gesellschaftsspiele gehend… Ich finde Parties mit einem Motto schlichtweg schrecklich.
Ulrich verpasst seiner Geburtstagsparty auch ein Motto: „alle-tollen-Singlefrauen-die-ich-kenne-werden-verkuppelt“ – meine überschäumende Begeisterung kann sich jeder lebhaft vorstellen, vor allem, wo ich doch ein stadtbekannter Feind von irgendwelchen Kuppelveranstaltungen bin. Wobei ich Ulrich eines zugute halten muss: seine Parties sind schon im Vorfeld irre lustig. Ich erinnere mich, dass wir heuer im Frühjahr zum ersten Mal über diese Party gesprochen haben. Er hat mich regelrecht interviewt, was ich an einem Mann toll finde und welche Eigenschaften „Mr. Right“ für mich haben muss und – er hat sich Notizen dabei gemacht… Recherchieren kann er, das muss der Neid ihm lassen. Er schwärmt mir auch von seiner Idee vor, eine Junggesellenauktion durchzuführen – der Erlös soll an seine Putzfrau gehen, die solange für ihn arbeitet, bis sie sich ein Haus auf den Philippinen leisten kann. Ich werfe ein „der Vorsatz, deine Putzfee zu sponsern, ist ein herer, aber ich finde eine Junggesellenauktion ist etwas erniedrigendes“. Ulrich sieht das Ganze lockerer und meint „ach Julia, die Jungs halten das schon aus, die stellen sich gerne mit entblößtem Oberkörper vor euch Frauen“. Eilig korrigiere ich „nicht für die Jungs erniedrigend – für uns Frauen! Ich möchte, dass ein Mann einen Abend mit mir verbringt, weil ich die umwerfendste und hinreißendste Frau für ihn auf dieser Party bin – und nicht, weil ich dafür bezahlt habe, dass er nett zu mir ist!“. Das Argument sitzt und ich ringe Ulrich das Indianerehrenwort ab „keine Junggesellenauktion“. Damit die Putzfrau dennoch zu ihrem Haus kommt, wird ein Spendenkonto eingerichtet.
Auch sonst sind wir, Ulrichs Freunde, stets in die Partyplanung eingebunden: ständig kommen irgendwelche SMS, zum Beispiel mit „ich suche ein witziges Wort für geistreich und wortgewandt“ ohne, dass frau weiß, wofür Ulrich das gerade braucht. Ich smse einfach „goschert?“ zurück und frage mich, ob ich den tieferen Hintergrund dieser Aktion wohl in diesem Leben noch erfahren werde und ob meine Antwort wohl zur Fragestellung paßt.
Auch am Vornachmittag der Party können wir Ulrich noch helfen, indem wir die von ihm ausgewählten Singlemänner auf Herz und Nieren testen – von den 50 angekündigten Herren kreuzen zwar lediglich 9 auf, aber mit diesen Neun verbringen wir einen irre lustigen Nachmittag, meiner Meinung nach ist es unmöglich, diesen Spaß am Abend noch zu toppen.
Ulrich nimmt die Sache mit dem Spaß allerdings todernst und ich bin beeindruckt, was er alles auf die Füße gestellt hat, um seinen Gästen eine fulminante Feier zu bieten: ein Digeridoo-Spieler, eine lebende Statue, eine Dame, die nach eigener Auskunft von der Venus kommt und Namenshoroskope erstellt, und Gerüchten zufolge treiben sich auch die Bandmitglieder der berühmt-berüchtigten Metalband Ded Paradeis auf dem Gelände herum – da fühlt frau sich doch gleich so richtig als Groupie…
Vorher muss jedoch noch ein bisschen mitgearbeitet werden – die Jungs, die am Nachmittag den beinharten Lovertauglichkeitstest absolviert haben, müssen noch mit ihrem Stempel versehen werden, der ihnen das Anbandeln bei den Damen erleichtern soll: ah ja, nun sehe ich auch, wofür Ulrich meine Wortspende benötigt hat – auf einem dieser Stempel steht in Großbuchstaben „goschert“, jetzt wird mir alles klar. Nach getaner Arbeit versuche ich mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nein, nicht das Sondieren der zahlreichen Singleherren wie alle nun denken mögen, ich funktioniere viel simpler… ich bin auf der Suche nach der Bar.
Bei der Bar treffe ich drei meiner Nachmittagsjungs, und ich tue das, was ich am Allerbesten kann: ich sekkiere die Herren so lange, bis es einem zu dumm wird und er mir einen Drink mischt. Puh, auf den Cocktail wirst ja blind, der besteht ja nur aus purem Alkohol. Naja, betrachten wir es positiv: braucht man weniger von dem Zeug, um glücklich zu werden…
Nach einem ausgiebigen Blick in die Runde orte ich einige vertraute Gesichter und geselle mich zum Small-Talken zu ihnen. Dann muss natürlich auch die Venusierin getestet werden und ob das Namenshoroskop auch etwas kann – ich bewundere den Mut dieser Frau: ich würde nie im Leben knallblau bemalt bei einer Party herumlaufen und wenn ich auf die Frage nach dem Geburtsjahr die Antwort „’74“ bekomme, nachhaken „ich nehme an, du meinst 1974, wir auf der Venus haben ja eine ganz andere Zeitrechnung. Ich muss das präzise eingeben, sonst irren sich die Kolleginnen oben“.
Um 22 Uhr beginnt ein weiteres Highlight der Party: Ulrich hat einen Raum für Speed-Dating hergerichtet. Ich halte nicht sehr viel vom Speed-Daten, seitdem ich in einer Folge von Sex & the City gesehen habe, dass Frauen sich bei solchen Veranstaltungen eher „downgraden“ müssen, um eine Verabredung zu bekommen, wohingegen sich die Männer eher „upgraden“. Ich stelle aber fest, dass ich so ziemlich die Einzige bin, die eine Abneigung gegen’s Speed-Dating hat, denn der Raum ist stets bummvoll und die Leute amüsieren sich sichtlich dabei.
Kurz nach Mitternacht bestätigt sich das Gerücht: Ded Paradeis ist tatsächlich auf der Party anwesend und einige Bandmitglieder schwingen eine Rede, die sie mit der Bitte beenden, wir mögen doch unsere Stimme einem höheren Zwecke widmen – es seien Mikrofone im Raum aufgestellt, und wir sollen – so, wie es sonst nur auf Konzerten üblich ist – etwas rufen. Nun ja, auf Konzerten ruft das Publikum in der Regel „Zu-ga-be“, wir sollen „Pa-ra-deis“ brüllen. Kein Problem, das können wir – lautstark schreien wir die Halle des Springer Schlößl’s zusammen.
Ich bin an diesem Abend gezwungen, meine Meinung über Parties mit Motto zu revidieren – eine Party hängt nicht vom Motto ab, sondern sie lebt und stirbt mit ihrem Gastgeber – in diesem Sinne, lieber Ulrich: Chapeau vor dem, was du da auf die Beine gestellt hast. Deine Party war ein Riesenerfolg, und ich freue mich schon jetzt auf die nächstjährige Party mit Motto – was das angeht, bin ich nun bekehrt und zu jeder Schandtat bereit – wenn alle Stricke reißen würde ich mich sogar in ein Hawaiihemd werfen.
Ach ja, ich hab auf dieser Party sogar jemanden kennen gelernt – ein ganz ein witziges Mädel, mit der ich herrlich die Leute ausstallieren konnte…
Autofahren kann mitunter in Wien ein rechtes Abenteuer sein. Meiner Meinung nach sollten ja nur jene Leute in Wien fahren dürfen, die auch in Wien den Führerschein gemacht haben. Mag sein, dass das jetzt bundesländerdiskriminierend von mir ist, aber abgesehen davon, dass die Nicht-Wiener grundsätzlich durch die Straßen schleichen, den Verkehr aufhalten und grundsätzlich einfach nur stören, macht es mich krank, wenn halb Wien-Umgebung, Korneuburg und Krems der Ansicht ist, dass sie mit dem Auto zur Arbeit nach Wien pendeln müssen. Noch kränker macht mich die Tatsache, dass diese Leute dann alle vor meiner Haustüre im 19. parken müssen, weil der 19. Bezirk ja noch kein Parkpickerl hat. Blöd für uns Anrainer, wenn wir vielleicht mal Urlaub haben und dann wie ein Satellit den Häuserblock umkreisen müssen, um irgendwann nach einer dreiviertel Stunde einen halben Kilometer entfernt endlich einen raren Parkplatz zu ergattern.
Aber auch, wenn man als Autofahrer in Bewegung ist, ist Wien in diesem Bereich „anders“. Jeder hat es eilig, alle anderen Trottel haben den Führerschein sowieso im Lotto gewonnen und die Kieberer haben ja auch alle Paradeiser auf den Augen. Alles drängelt und auch wenn die Ampel schon dunkelgrün zeigt, fährt jeder noch in die Kreuzung ein – wenn man sich als Autofahrer mal an den Grundsatz „in die Kreuzung nur dann einfahren, wenn man sie auch bei grün noch verlassen kann“ hält, kann zu Stoßzeiten im besten Fall mit einem ohrenbetäubenden Hupkonzert rechnen – im worst case kann’s auch passieren, dass der Fahrer hinter einem selbst aussteigt und mal freundlich den Geisteszustand überprüft.
Aber in Zeiten von Klimaerwärmung und Aktionen wie Live Earth ist es ohnehin besser, den Spritschlucker stehen zu lassen und mit den Öffis zu fahren. Zumindest predigen uns das unsere Stadtpolitiker regelmäßig, und heben gleichzeitig wieder mal die Tarife kräftig an – der autobesitzende Öffifahrer ist sozusagen die doppelte Melkkuh. Aber was tut man nicht alles, um Umwelt und Nerven zu schonen.
Auch ich gehöre zu jenen braven Menschen, die in der Früh und am Abend die Wiener Linien benützen. Und die U-Bahn hat ja auch einen unbestrittenen Vorteil: man kann ungestört iPod hören und kann sich in der neuesten U-Bahn-Zeitung das Horoskop und den Garfield-Cartoon durchlesen. Leider ist die U-Bahn-Zeitung so dünn, dass man grad nur für die Fahrt ins Büro eine geeignete Lektüre hat, am Weg zurück muss man sich damit begnügen, die Mitfahrenden zu beobachten oder einfach aus dem Fenster zu starren. Doch seit Neuestem bin ich dahinter gekommen, dass die Wiener U4 durchaus eine Attraktion hat – einen U-Bahn-Fahrer.
Bis vor kurzem war ich immer der Meinung, dass nur jene Menschen diesen Beruf wählen, die mit möglichst wenig anderen Menschen in Kontakt kommen oder gar reden wollen. Man sitzt den ganzen Tag in seinem Führerhäuschen abgeschottet von der Umwelt und düst wie ein motorisierter Maulwurf durch die Tunnels. Und bis auf das berühmte „Zugfäahtab“ muss man nichts sagen – vielleicht ab und zu mal ein „einsteigen bitte“ oder ein „zuuuurücktreten“. Nichts, was einen umfangreichen aktiven Wortschatz voraussetzt – von Humor, Sarkasmus oder gar Zynismus ganz zu schweigen.
Eines Tages höre ich zufällig am Abend eine Durchsage, dass der Fahrer die Fahrgäste darauf aufmerksam machen möchte, dass das Inlineskaten oder Tretrollerfahren in der U-Bahn und am Bahnsteig tunlichst unterlassen werden sollte, da man sich dabei ziemlich übel verletzen kann. Eines anderen Tages höre ich wieder diese Stimme, die sagt, dass man doch bitte auch andere Waggons außer dem Ersten und dem Letzten verwenden soll – und mir fällt der leicht sarkastische Unterton in der Stimme des Fahrers auf. Ich mag Sarkasmus und beginne zu lächeln.
Immer wieder, wenn ich mit der U4 so zwischen 17 und 18 Uhr fahre, höre ich in regelmäßigen Abständen „meinen“ Fahrer, der zu allen möglichen und unmöglichen Themen seinen Senf dazu gibt – und ich ertappe mich sogar manchmal, dass ich – wenn ich in die U-Bahn einsteige – mich frage, ob ich heute wohl wieder eine Ansprache hören werde.
Auch gestern schaffe ich es mal etwas zeitiger (also zwischen 17 und 18 Uhr) aus dem Büro raus. Und bis zur Station Schwedenplatz herrscht Stille. Am Schwedenplatz drängen sich wieder mal Unmengen an Menschen, die alle in den ersten Waggon hineindrängen. Die Türen schließen sich und der Zug rollt los.
Plötzlich die gewohnte Stimme „für diejenigen unter den Fahrgästen, die es vielleicht noch nicht wissen: ein U-Bahn-Zug hat auf einer Länge von 100 Metern 6 Waggons und 18 Türen. Aus Effizienzgründen wäre es sinnvoll, wenn man sich beim Einsteigen nicht nur die ersten drei Türen aussuchen würde, sondern vielleicht auch in die hinteren Waggons vordringen würde. Da könnte man die ungewohnte Erfahrung machen, dass man sich nicht mit 60 Gleichgesinnten auf einer Plattform drängen muss, sondern dass man etwas Luft zum Atmen hat. Vielleicht mag dem Einen oder Anderen dieses Konzept der Wiener Linien – Züge mit mehr als einem Waggon zur Verfügung zu stellen -, das die Wiener Linien seit den 80er Jahren hartnäckig verfolgen, noch nicht bewusst sein. Ich gebe ihnen den guten Rat – denken sie langfristig, das tun die Wiener Linien nämlich auch, und ich verspreche ihnen, dass sich die Länge des Zuges in den nächsten Jahrzehnten nicht wesentlich ändern wird“. Der halbe Waggon beginnt zu grinsen.
Nach der Station Schottenring die nächste Ansage „es mag sein, dass sich mancher Fahrgast denkt: wenn ich vorne einsteige, spare ich mir beim Aussteigen Zeit und muss nicht mehr so weit gehen. Ich gebe ihnen den Rat – versuchen sie es mal. Sie werden nämlich feststellen, dass wir in Wahrheit Zeit gewinnen werden. Wenn alle nicht nur bei den ersten drei Türen einsteigen, haben wir nicht so lange Aufenthalte in der Station und können viel rascher weiterfahren.“ Der Waggon lacht bereits.
Nach der Rossauer Lände (Himmel, heute ist er echt gesprächig) die dritte Ansage: „Ja, es mag schon sein, dass ich es vielleicht auch 20, 50 oder 100mal versuchen würde, bis ich feststellen würde ‚vielleicht ist doch etwas dran, was der Typ da vorne quatscht’ – seien sie mutig und gehen sie das Risiko beim nächsten Mal einfach ein“.
Abgesehen von der Tatsache, dass man mittlerweile beim U-Bahn-fahren etwas lernen kann (wie Zuglänge, Anzahl der Türen usw) wird man auch tatsächlich gut unterhalten (ich ziehe vor diesem Meister des bösen Sarkasmus meinen Hut). Und für’s Kabarett zahlt man bekanntlich ja auch Eintritt – in diesem Sinne war die letzte Gebührenerhöhung wohl wirklich gerechtfertigt, ich hoffe lediglich, dass der Fahrer, der die Fahrgäste so trefflich zu verarschen versteht, dies auch auf seinem letzten Lohnzettel mit einer Lohnerhöhung honoriert bekam.
Mein Freund Ulrich ist für alle Dummheiten dieser Welt zu haben – mehr noch, ich habe beinahe das Gefühl, als ob er es als Herausforderung betrachtet, seine letzten Aktionen noch mehr zu übertrumpfen um sich selbst ein Denkmal zu setzen. Mit seinem letzten Geniestreich hat er sich allerdings selbst den Meistertitel verliehen und ich bin schon sehr neugierig, ob er es in diesem Leben noch schafft, das zu toppen.
Nach seiner eigenen Aussage findet Ulrich es faszinierend, wie viele unglaublich tolle Frauen er kennt, die sein Leben bereichern und er versteht es überhaupt nicht, warum all diese schönen, intelligenten, witzigen und schlichtweg umwerfenden Frauen alle Single sind. Also hat er anlässlich seines Geburtstages eine „alle-tollen-Singlefrauen-die-ich-kenne-werden-verkuppelt“-Party geplant. Der Plan dahinter ist der: Ulrich versucht, die 50 tollsten Singlemänner in Wien aufzutreiben (entweder jene, die er schon kennt oder jene, die ihm von diesen tollen Frauen empfohlen wurden), um diese dann einem beinharten Lover-Tauglichkeits-Test zu unterziehen. Überprüft werden sollen Intelligenz, Sportlichkeit, Lover-Tauglichkeit und Schlagfertigkeit. Um dies zu überprüfen benötigt Ulrich natürlich eine unparteiische Jury. Tja, und nun ratet mal, wer in dieser Jury saß…
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kommt ein mail von Ulrich, dass er noch 2 Jurydamen benötigt, die all die unglaublich tollen, charmanten und perfekten Singlemänner auf Herz und Nieren testen sollen. Caro, die gerade beruflich außerhalb von Wien ist, ist begeistert und meint „du musst unbedingt in dieser Jury sitzen, stell dir vor, du kennst alle Kandidaten schon im Vorfeld und kannst mir dann die Witzigsten und Interessantesten vorstellen.“. Ja, eine sehr gute Idee. Meine Motive sind eindeutig trivialer. Da ich von solchen Kuppelveranstaltungen recht wenig halte (Speed-Dating? Man reiche mir ein Kruzifix und einen Bund Knoblauchzehen…), denke ich mir „gute Idee, wenn ich in der Jury sitze, bin ich automatisch die Böse, und die Jungs haben kein Interesse mehr an mir – und ich kann mich an dem Abend stilvoll betrinken und die Leute beobachten…“. Also gesagt, getan, ich zücke mein Telefon und sage Ulrich zu.
Die Lover-Tauglichkeits-Tests finden bereits am Samstagnachmittag statt. Eine gute Idee, dann können die Herren vor der eigentlichen Party noch duschen und sich frisch machen. Meine Mitjurorinnen sind Viktoria und Miriam, beide ein paar Jahre jünger als ich. Ulrich erklärt uns die Tests: zuerst sollen die Herren einen Intelligenztest ausfüllen, danach kommt die Sportprüfung, dann der Lover-Tauglichkeitstest und zum Schluss müssen wir Mädels die Eloquenz der Junggesellen überprüfen.
50 Singleherren, die sich unserem beinharten Urteil unterwerfen… schon eine tolle Vorstellung. An der Prüfung nehmen allerdings nur neun Kandidaten teil, 50 % davon unter meinem Alterslimit und die anderen 50 % darüber. Na, passt eh… Ulrich verteilt die IQ-Tests und wir Mädels nützen die Zeit für ein Pläuschchen. Mit dem Zeitlimit von 20 Minuten kommt allerdings keiner der Herren aus, also wird die Strategie geändert: derjenige, der als Erstes fertig ist, gibt das Signal zum Abgeben. Nach 30 Minuten ist der Erste fertig, und wir sammeln die Tests ein und werten aus. Da nur neun Herren teilnehmen, entscheiden wir, dass die besten Fünf den Test bestanden haben und die verbleibenden Vier durchgefallen sind – eigentlich sehr fair von uns.
Der Sporttest ist gleich danach. Auf einer Wiese müssen die Männer drei Runden absolvieren. Auf der Wiese selbst stehen zwei Bänke. Bei der ersten Runde müssen die Herren über die Bänke springen und am Ende der Runde 20 Liegestütz machen. In der zweiten Runde muss unter den Bänken durchgerobbt werden und am Rundenende 20 Situps absolviert werden. Die dritte Runde entspricht der Ersten. Und die fünf Besten bekommen wieder ein „bestanden“.
… ich bin mir nicht ganz sicher, aber dem Geächze und Gestöhne der Jungs nach zu urteilen, dürften heute einige von denen weder ihre Arme noch ihren Bauch spüren…
Der dritte Test: der Lover-Tauglichkeitstest. Ratlose Blicke in der Runde – wie zum Geier möchte Ulrich testen, ob die Männer auch in der Waagrechten etwas taugen? Zu unserer großen Erheiterung schleppt Ulrich einen knallgelben Hoola-Hoop-Reifen an. „Ähm, Ulrich, blöde Frage, ich weiß, aber was zum Henker willst du mit dem Ding anfangen?“ Ulrich lächelt und meint „die Herren müssen den Reifen – sagen wir mal länger als 10 Sekunden – in Bewegung halten können?“. Ok, diese Antwort provoziert die noch blödere Frage „und was soll das über die Lovertauglichkeit aussagen?“. Woraufhin Ulrich nur knapp kontert „wenn der Mann für 10 Sekunden nicht weiß, was er mit seinem Becken zu tun hat, kannst ihn ohnehin vergessen…“. Aaaaaah ja…. Und spätestens, als wir gesehen haben, welcher Bewegungsablauf der Erfolgreichste war, um den Reifen auf der Taille zu halten, war uns alles klar. Auch hier haben wir nach einem Stechen fünf Sieger ermittelt.
Beim Eloquenztest – auch „Goschert-Test“ genannt – liegt es nun an uns Jurorinnen, die Männer anhand von fix vorgegebenen Fragen auf ihre Schlagfertigkeit hin zu überprüfen. Zu Ulrichs Amüsement ziehen wir aber auch andere Kriterien mit ein: Punkteabzug gibt es zB auch, wenn der Kandidat während der Befragung die Sonnenbrille aufbehält oder auf die Frage „eine Frau kommt für mich dann für eine Beziehung statt für einen One-night-stand in Frage, wenn…“ mit „… sie hübsch ist“ antwortet (in diesem Fall wollten wir negative Punkte vergeben). Pluspunkte gibt es, wenn sich der Typ selbst nicht allzu bierernst nimmt, über sich selbst lachen kann oder guten Augenkontakt hält. Auch in diesem Bereich haben wir bald unsere Sieger ermittelt. Und von den neun Jungs haben es immerhin zwei geschafft, in allen vier Bewerben zu punkten. Diese bekommen damit das Prädikat „Traumtyp“.
Wobei ich eines sagen muss: vielleicht waren die Neun nicht in mein Beuteschema passend, aber ich zolle ihnen jede Menge Respekt für den Humor und den Mut, den sie bewiesen haben, indem sie an so einem Test überhaupt teilgenommen haben. Und damit bekommen diese neun Herren von mir hiermit den Titel „Hero“ verliehen…
Heute, kurz nach 14 Uhr, als ich nach der Mittagspause kurz ins Internet schaue, springt mir auf der Startseite vom Standard eine Meldung ins Auge: Unbestätigten Meldungen zufolge ist gestern Georg Danzer gestorben...
Wer im Wien der 70er und 80er Jahre aufgewachsen ist, der kommt an einem Ambros, einem Hirsch, einem Falco und einem Danzer nicht vorbei. Und jeder dieser vier Künstler hat mich auf irgendeine Art und Weise berührt: Falco als begnadeter Zyniker, Hirsch mit seinen „dunkelgrauen Liedern“, der Wolferl mit dem „Zentralfriedhof“, dem „Hofa“ und natürlich der allgegenwärtigen Schikurshymne „Schifoan“. Der Schurl hat aber meiner Meinung nach immer die besten Texte gehabt. Ich hab eine besondere Bindung zu ihm – wenn man den Geschichten glauben mag, die meine Eltern mit einem sentimentalen Lächeln so gerne erzählen, dann war „Jö schau“ das erste Lied, das ich mit knapp 1 ½ Jahren unter dem Esstisch meiner Großeltern vor mich hingebrabbelt habe, der „Nockate vom Hawelka“ hat es mir damals offensichtlich angetan.
Was macht den Charme der Texte vom Danzer aus? Vielleicht, weil er in unnachahmlichen Wienerisch singt, und jedem Wiener die Augen zu strahlen beginnen, wenn er in seinem Dialekt singen darf. Vielleicht, weil er die Wiener wie kein Zweiter zu karikieren versteht. Vielleicht, weil man bei seinen Liedern zu lächeln beginnt…
Viele seine Texte sind in Wien im täglichen Sprachgebrauch: jeder kennt die Wendung „Hupf in Gatsch und schlog' a Wölln oba tua mi do net quö'ln.“ oder „so an Oamutschgal wie Dir schenk' ich an Schülling, oda na i gib da zwa du bist a Zwülling, wäu aner allan konn do net so deppert sein…“. Auch „i hau eam wia an Tanzbärn“ ist gang und gäbe. Im Lied „I bin a Kniera“ beschreibt er sehr treffend die Hausmeistermentalität und den Hang zum Vernadern, was man ja beides gerne den Wienern nachsagt und wenn man jemandem die „goldene Kniescheibe“ verleiht, dann ist das in Wien beileibe kein Kompliment – heißt es doch nichts anderes, als das man der „größte Furchengänger von Wien“ ist.
Aber der Danzer hält uns Wienern nicht nur einen Spiegel vors Gesicht. Auch zum Anbandeln habe ich schon Danzer-Songs verwendet. In einem Lokal mit Live-Musik zu fortgeschrittener Stunde, wenn der Sänger schon die Stimmbänder tüchtig geölt hat und zu den Austropop Songs übergeht, wenn das ganze Lokal zum Mitsingen beginnt, dann kann es schon sein, dass man sich dann auch ein bisschen näher kommt. Mein Date, mit dem ich in dem Lokal bin, treibt mich immer in den Wahnsinn, weil er wohl ein Handy besitzt, es aber nicht verwendet – auch nicht, um mich anzurufen. Wie es der Zufall so will, beginnt stimmt der Sänger unten „Ruaf mi net an“ an. Ich lächle also mein Date an und sag „na, in die Situation wirst du ja wohl eher nicht kommen“ – meinem Begleiter steht das Erkennen noch nicht auf der Stirn geschrieben, also setze ich den Satz mit einem „na ja, so ein großer Telefonierer bist du ja eher nicht“ fort. Nun ist mein Date doch etwas bestürzt und meint „oh weh, und dabei geb’ ich mir immer so viel Mühe…“. Ich lächle ihn an und sag „du, beim Telefonieren selbst bist du großartig, nur mit dem von-dir-aus anrufen, das funktioniert noch nicht so ganz.“ Er telefoniert nicht gern, gesteht er. Gut, ich bin ja nicht so „und welche Art der Kontaktaufnahme bevorzugst du sonst? SMS, oder doch e-mail?“. Nein, keines von denen, er spricht lieber direkt mit den Leuten. „Ah gut, das heißt, du stehst den ganzen Tag über auf der Straße und wartest, bis wer an dir vorbei läuft, mit dem du reden kannst.“ So, jetzt ist er wirklich arm, auf seiner Stirn steht plötzlich „Shit“ geschrieben, und es blinkt regelrecht. Ich weiß, ich bin boshaft, weil ich ihm nicht aus dieser Sackgasse raus helfe, aber irgendwie ist die Situation einfach zu witzig. Er überlegt sich wirklich eine gute Antwort, ich sehe regelrecht, wie sein Gehirn fieberhaft arbeitet (wenn man bösartig ist, könnte man sagen „man sieht die Zahnräder rattern“, aber dafür ist er zu intelligent…). Er versucht sich aus dieser Situation mit einem „na ja, ich denke schon daran, dass ich dich anrufe, aber dann kommt mir was dazwischen und ich vergess’ wieder…“. Ich lache laut und sage „du bist dir jetzt aber schon der Tatsache bewusst, dass das gerade kein Kompliment für mich war…“. Jetzt ist er endgültig arm dran und ich rette ihn, indem ich ihm sage, dass in Zukunft gern ich anrufen kann… Ohne einen Georg Danzer und sein Lied hätte diese Unterhaltung wohl nie stattgefunden.
Aber Georg Danzer hat uns nicht nur mit seinen Liedern den Tag verschönt. Er hat seine Kunst auch genutzt, um den Bedürftigen zu helfen – gemeinsam mit Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich hat er „Austria 3“ gegründet, und die Erlöse aus diesem Projekt kommen gänzlich den Obdachlosen – in Wien auch Sandler genannt – zu gute.
Von einem Danzer hat man auch nie irgendwelche Skandale gehört – wenn andere Austropopper ihre Frauen verlassen oder sich Alkohol und Kokain hingeben, dann hört man von einem Schurl nichts Negatives. Ein einziges Laster, das er jahrzehntelang frönt: er ist Kettenraucher. Und im vergangenen Jahr dann die erschütternde Diagnose: Lungenkrebs. Aber er hat den Kampf gegen den Krebs aufgenommen – und gestern hat er diesen Kampf dann verloren…
Wenn man den Berichten in den Medien glauben mag, dann ist Georg Danzer im Kreise seiner Familie gestorben. Er hatte an die Medien einen letzten Wunsch: dass die Nachricht von seinem Tod erst nach seiner Einäscherung an die Öffentlichkeit gegeben wird. Leider haben Einige diesem letzten Wunsch nicht entsprochen, sie haben sich damit meiner Meinung nach für die „Macht der Information“ und gegen die Pietät entschieden.
Meine Anteilnahme gehört der Familie und den Freunden von Georg Danzer – ich wünsche ihnen alle erdenkliche Kraft.
Und dem Schurl sag ich hiermit „Danke“ – deine Musik hat mich von Kindheit an begleitet, die Texte haben mich zum Lachen, zum Weinen und am Wichtigsten: zum Nachdenken gebracht. Mit deiner Musik und deinem Engagement hast du schon zu Lebzeiten dafür gesorgt, dass man dich immer in guter Erinnerung behalten wird. Von dem her bin ich sicher, dass es dir dort, wo du jetzt bist, gut gehen wird…
Ein Sprichwort sagt „der Mensch stammt vom Affen ab“, wobei böse Zungen den Satz um ein „der Eine mehr, der Andere weniger“ erweitern. In den späten 60er Jahren hat unsere Elterngeneration mit damals revolutionären Haarschnitten gegen die Ansichten unserer Großeltern protestiert. Woher kommt’s, dass Haare unser Leben so beeinflussen?
Mich verbindet eine innige Hassliebe mit meinem straßenköterblonden Haarschopf. Viel zu dünn, viel zu wenig Volumen, und noch dazu Schnittlauchlocken – unmöglich, diese Biester halbwegs zu zähmen. In den 80er und frühen 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts habe ich deshalb Dauerwellen gehabt, wobei ich mich immer gefragt habe, ob der Fixierer wohl als chemischer Kampfstoff à la „Agent Orange“ zugelassen ist. Irgendwann war mein Haar davon so kaputt, dass nur noch die Schere geholfen hat und ich mein überschulterlanges Haar dem Dauerwellensatan opfern musste.
Danach habe ich jahrelang mehr oder weniger flotte Kurzhaarfrisuren getragen, die ich regelmäßig hellblond gefärbt habe. Vor drei Jahren, als ich mich von meinem Ex getrennt habe, habe ich mich auch dazu entschlossen, mein Haar wieder wachsen zu lassen, und seitdem züchte ich mühsam wieder die Länge heran. Und da das Blondieren auf Dauer auch nicht gerade das Beste für die Mähne ist, habe ich mein Haar wieder auf die Originalfarbe zurückfärben lassen, um ihm die Chance zu geben, möglichst unstrapaziert zu wachsen. Wobei ich mit meiner Naturhaarfarbe einen unbestrittenen Vorteil habe: graue Haare sind bei mir kein Thema, die fallen bei straßenköterblond nämlich nicht auf.
Aber sie sind dennoch mühsam, da sie ja gewaschen, gefönt und gestylt werden wollen. Und gerade in Sachen „Haare fönen“ und „Haare stylen“ habe ich zwei linke Hände: egal, wie viel ich auch übe, nichts will gelingen. Es wäre auch viel praktischer, die Biester abschneiden zu lassen, aber irgendwie sagt jeder Mann, den ich frage „bloß nicht abschneiden, lange Haare sind bei Frauen soooooo schön….“. Und sie verdrehen jedes Mal die Augen, wenn ich sage „schon mal nach einem Sturm die Haare entwirrt, ohne dabei wie ein Schlosshund zu heulen?“.
So sehr die Männer aber die Haare auf den Köpfen der Frauen schätzen, so sehr verabscheuen sie sie an anderen Körperstellen. Und so verdient sich die Kosmetikindustrie an uns Frauen eine goldene Nase, weil wir dem übrigen Körperhaar mit allem Möglichen zu Leibe rücken. Also rasieren wir uns die Achseln, wir epilieren die Beine (kann mir irgendjemand erklären, wie das mit diesen Kaltwachsstreifen funktioniert? Bei mir bleibt lediglich das Wachs auf den Beinen kleben, die Haare zeigen sich gänzlich unbeeindruckt…) und rücken der Bikinizone mit Heißwachs zu Leibe.
Tja, die liebe Bikinizone… Ich hatte nie ein Problem mit meinen Schamhaaren, bis ein lieber Freund im Schwimmbad mal zu mir gemeint hat „da sollte sich mal jemand rasieren…“. Nachdem ich mich von dem Schock und der Überraschung erholt habe, wohin platonische heterosexuelle Freunde bei einer Frau so schauen, habe ich zähneknirschend meine Einstellung geändert. Und habe mal den einfachsten Weg ausprobiert: rasieren. Ja, geht ganz easy, und tut auch nicht weh. Aber: es sticht, es sticht, es sticht, wenn die Biester nachwachsen. Also entweder täglich nachrasieren oder aber ab dem dritten Tag permanent an die Bikinizone denken. Auch nicht grad angenehm…
Plan B ist Enthaarungscreme, da gibt es einiges zur Auswahl, unter anderem auch Produkte, die speziell für die Bikinizone entwickelt wurde. Beim Durchlesen der Bedienungsanleitung wird einem als Frau Angst und Bang, und es gehört eine große Portion Mut und jede Menge Überwindung dazu, diese chemische Bombe anzuwenden. Liebe Männer, bevor ihr von euren Freundinnen verlangt, dieses Zeug aufzutragen, überlegt euch, ob ihr es auch in der Nähe eures – ja, genau dieses Körperteil meine ich – anwenden würdet (und nein, liebe Männer, ihr wisst selbst ganz genau, dass ein "nein Schatz, das macht mir nichts aus" in Verbindung mit diesem gewissen Blick, den wir so unnachahmlich können, bedeutet, dass es uns sehr wohl etwas ausmacht - und dass ihr das eigentlich wissen solltet und uns deshalb nicht darum bitten dürft). Die Hautreizungen können recht lustige Farbschattierungen annehmen und… es juckt… Auch nicht gerade ladylike, wenn frau sich aufgrund einer allergischen Reaktion tagelang zwischen den Beinen kratzt.
Bleibt also nur noch Heißwachs. Alleine der Gedanke, entblößt vor meiner Kosmetikerin zu liegen (ein Anblick, den sonst nur der Partner oder der Gynäkologe haben), bereitet auch der ung’schamigsten Frau ein gewisses Unbehagen. Von den zu erwartenden Schmerzen mal gar nicht zu sprechen. Die gute Nachricht ist: wenn die Kosmetikerin weiß, was sie tut und flink arbeitet, tut’s gar nicht mal so weh wie frau glauben mag. Nur enge Jeans sollte man danach sicherheitshalber nicht tragen – der John-Wayne-Schritt (breitbeinig, als ob man gerade vom Gaul geklettert wäre) kommt da nicht so gut an.
Aber – wie’s schon unsere Großmütter gewusst haben – „wer schön sein will, muss leiden“, und auch wenn die Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegt, in diesem Punkt sind sich wohl alle Männer einig: ausgenommen am Kopf sei das Weib haarlos. Und da wir Frauen ja vor allem euch Männern gefallen wollen, und außerdem sowieso viel besser im Ertragen von Schmerzen sind, tun wir euch den Gefallen.
Lustigerweise sind die Männer nicht immer so entgegenkommend, wenn wir an ihrer Körperbehaarung zu mäkeln beginnen. Es stimmt schon, dass sogar schon Torberg seiner Tante Jolesch ein „was ein Mann schöner ist als ein Aff’, ist Luxus“ in den Mund gelegt hat. Da ihr uns Frauen aber ohnehin nachsagt, dass wir die reinsten Luxusgeschöpfe sind (und wir seit David Beckham metrosexuelle Männer schlichtweg „wow“ finden), ist es ja wohl angesichts der Qualen, die wir uns mehr oder weniger freiwillig antun, wohl nicht zuviel verlangt, wenn ihr nicht jedes Mal dreinschaut, als hätten wir euch einen Ritualmord vorgeschlagen, wenn wir euch ins Ohr flüstern „Schatz, kannst du dich rasch mal rasieren…“.
Auch die Beste aller Freundinnen feiert mal ihren 30. Geburtstag, und meine Aufgabe als Freundin ist in diesem Fall natürlich, ihr ein besonderes Geschenk auszusuchen. Eines, an dem sie sieht, dass ich an sie gedacht habe, mich in sie hineinversetzt habe, das ihr zeigt, wie viel sie mir bedeutet und überhaupt – eins, mit dem sie Freude hat. Tja, liebe Männer, ihr seht also: auch wir Frauen stehen oftmals vor dem Problem „was schenken?“. Da wir aber selbst auch Frauen sind, und wissen, dass Frauen vor Anlässen, wo man ein Geschenk braucht, gerne „Signale“ aussenden, spitzen wir einige Wochen vor diesem besagten Anlass natürlich besonders unsere Öhrchen und passen auf wie die Haftlmacher.
Wobei ich zugegeben einen gewissen Vorteil habe: dadurch, dass Caro und ich es sogar schaffen, eine ganze „Woman“ am Telefon durchzubesprechen, weiß ich ziemlich genau, was sie mag, und was nicht. Und in diesem einen Fall hat sie es mir sogar ganz besonders leicht gemacht. Eines Samstag Morgens klingelt mein Handy – „sag, hast du den Samstagkurier?“ Ich gähne noch ein bissl verschlafen und murmle „ja, warum?“ – „Schlag mal die Freizeit auf, hinten bei den Lokaltipps“ – ich blättere – „da sind Kochkurse drin“. Ah ja, Kim kocht, Babette’s und noch ein paar Andere aus den Bundesländern. „Du, das wär’ doch witzig – können wir so etwas mal machen?“ Hahaaa, Schurrrke – das ist ja die perfekte Geburtstagsidee… jetzt also gleich hinarbeiten, damit sie in den nächsten Wochen nicht gleich hinstürmt und uns alle für so einen Kurs anmeldet „ja, Schönste, das können wir gerne machen – geht’s aber bitte erst nach dem Abschluss, im Moment ist es einfach zu stressig bei mir“.
Einige Tage vor ihrem Geburtstag pilgere ich also zu Babette’s – eine urige Buchhandlung im 4. Bezirk, die mit dem Slogan „Spice and Books for Cooks“ wirbt – und besorge einen Gutschein für einen Kochkurs. Und als Caro an ihrem Geburtstag den Gutschein auspackt, hat sie eine Riesenfreude damit und teilt die Hälfte aller ihrer Gäste ein, mit ihr zu so einem Kurs zu gehen.
An Caro’s 31. Geburtstag fällt mir ein, dass wir ja noch nicht kochen waren… ich bin mir aber gar nicht mehr sicher, ob der Gutschein überhaupt noch gültig ist, oder ob sie ihn vielleicht verloren hat – am Besten, gar nicht drauf ansprechen, vielleicht ist dieser Kelch – zu einem Kochkurs gehen – noch einmal an mir vorüber gegangen. Vor ein paar Wochen allerdings klingelt wieder mal mein Handy – Caro dran. „Du, mir ist grad eingefallen, dass wir ja noch kochen müssen…“. Ach ja, stimmt, das hatte ich ja schon völlig verdrängt… Eine von Caros tollsten Fähigkeiten ist, dass sie perfekt im delegieren ist „kannst du bitte ein paar Kurse raussuchen, du weißt ja eh, zu welchen Terminen ich Zeit habe“. Ja, eh klar, mache ich super gerne, ich hab sonst ohnehin nichts zu tun… Nein, passt schon, der Vorteil, wenn ich die Vorauswahl treffe ist, dass ich dann auch etwas Einfluss auf die Kursauswahl habe, und ich kann gleich einige Kurse, die mich so überhaupt nicht interessieren, weglassen. Also maile ich Caro eine Kursauswahl samt zugehörigen Terminen. Caro sticht natürlich ein Kurs gleich ins Auge „Gourmet Fast Food“ – klingt ja auch zu gut, um wahr zu sein: Schnell muss es gehen, aber nur vom Feinsten darf auf den Tisch? Hier wird an der Zeit gespart, aber nicht beim Einkauf: wir kochen fünf Gourmetgänge, die wahlweise als Zwischen- oder Hauptgang aufgetischt werden können und kaum länger als 20 Minuten pro Gang in der Zubereitung brauchen. Alles selbstverständlich gästetauglich! Ich melde uns also zu besagtem Termin an.
Ich muss sagen, der Service bei Babette’s passt wirklich: am Tag des Kochkurses ruft ein Mitarbeiter an und erinnert mich daran, dass ich am Abend einen Kurs habe – so was mag ich. Punkt 18 Uhr treffen Caro und ich in der Buchhandlung ein, wir bekommen Prosecco angeboten und warten, bis die übrigen Kochwilligen eintrudeln. Nathalie, die Köchin, hat auch schon Rezeptheftchen aufliegen, was wir heute zaubern werden: geschmolzener Crottin mit Kräutersalaten und Feigen, Melonenkaltschale mit weißem Porto und sautierten Scampi, Jakobsmuschel-Lachsspieße auf Safranschalottencreme, Steak-Burger mit Morcheln, Spargel und Gänseleber und als Dessert Amarettini-Pfirsich Trifle. Ich seufze etwas resignierend – alles gespickt mit Milchprodukten, Krustentieren und Rindfleisch – genau jene Dinge, auf die ich allergisch bin… Tja, da werd’ ich wohl durchmüssen und hoffen, dass ich am nächsten Tag nicht zuviel leiden muss. Endlich sind alle Teilnehmer vollzählig versammelt: 9 Frauen, 2 Männer und 2 Köchinnen. Nathalie verteilt die Aufgaben unter uns: einer muss Scampi schälen, einer Schalotten schneiden, Kräuter zupfen, Frühlingskäse zubereiten – ich entscheide mich für Pfirsiche schälen, das ist keine sonderlich herausfordernde Arbeit und geht einfach.
… wenn ich allerdings gewusst hätte, wie viele Pfirsiche ich zu schälen gehabt hätte, hätte ich wahrscheinlich freiwillig die Scampi gequält. Nach einigen Minuten kleben meine Hände vom Fruchtsaft, und die Säure in den Pfirsichen bewirkt außerdem, dass die Finger brennen – na super, genauso hab ich mir das immer gewünscht. Caro hingegen ist in ihrem Element – das freut mich, immerhin ist es ja ihr Abend und sie soll schließlich Spaß haben. Nach einer halben Stunde, wo wir unsere Mitköche eher anschweigen, stellen wir fest, dass die Fünfergruppe (drei Mädels und zwei Männer) denselben Background haben wie Caro und ich: sie haben alle für eine der „fat four“-Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien gearbeitet bzw arbeiten noch immer dort. Von da an geht uns der Gesprächsstoff nicht mehr aus, wir gleichen gemeinsame Bekannte ab und machen uns über alle möglichen Dinge lustig.
Und so wird ein Abend, der vielleicht nicht zu 100 % lustig begonnen hat, noch der totale Kracher, beim Gehen umarmt mich Caro nochmals und dankt mir für den Abend. Ich freue mich, dass wir beide soviel Spaß gehabt haben. … und wenn jemand mal etwas ausgefallener kochen möchte: unbedingt ausprobieren!
Schlafen ist etwas herrliches – abends etwas gähnen, in Richtung Bett trippeln, reinlegen, Äuglein schließen und einige Stunden später frisch und gut erholt selbige wieder öffnen. Ich liebe schlafen. Und ich war früher auch eine totale Schlafratte – spätestens gegen neun Uhr abends sind meine Augen kleiner und kleiner geworden und ich bin regelmäßig beim Fernsehen süß und selig weggebüselt.
Leider ist der Schlaf ein unzuverlässiger Zeitgenosse und ein Sensibelchen, Stress mag er gar nicht und bitten lässt er sich auch nicht – je mehr man ihn sich herbei wünscht, umso eher zeigt er dir die lange Nase, was damit endet, dass ich mich oft stundenlang im Bett von der einen auf die andere Seite wälze. Ich liege im Bett, mache Entspannungsübungen und versuche, ruhig und gelassen zu werden. Und je mehr ich mich das bemühe, umso größer wird meine Sorge „hoffentlich kann ich bald einschlafen“ und ich beginne, hektisch zu werden, so nach dem Motto „in fünf Stunden muss ich schon wieder aufstehen, hoffentlich schlaf ich bald“ – die Gedanken werden dadurch wieder immer wacher und wacher und der Schlaf rückt in weite, weite Ferne.
Nun ja, das „Gute“ an einem Schlafdefizit ist – so möchte man meinen -, dass man am nächsten Tag so hundemüde ist, dass es mit dem Einschlafen an diesem Abend garantiert klappt und man auch ein bisschen vom Schlaf davor aufholen kann. Ich habe das Ganze im Selbstversuch getestet und kann hiermit berichten: es funktioniert nicht… Ich meine, das mit dem hundemüde, das stimmt. Nach solchen Nächten wanke ich am nächsten Tag völlig zerstört ins Büro, ich bin unausstehlich, knurrig, kann mich nur schwer konzentrieren und trinke literweise Kaffee, in der Hoffnung, dass das Koffein wenigstens ein bissl was hilft (merke: von Kaffee wird man als geübte Kaffeetrinkerin nicht wach – ab einer gewissen Menge bekommt man lediglich Magenschmerzen davon…). Das sind dann die Tage, wo ich versuche, möglichst pünktlich zu gehen, ich gehe nachhause, versuche, den Arbeitstag sehr weit von mir weg zu schieben, mache nichts, was mich aufregen könnte und freue mich, dass ich immer müder und müder werde. Und wenn ich dann endlich nach einigem sehr herzhaften Gähnen beschließe, dass es jetzt Zeit für die Federn wird, dann beginnt das Drama von neuem…
Sowie der Kopf am Polster liegt, beginnen meine Gedanken wieder zu kreisen, mein Gehirn beschäftigt sich mit tausenden von Dingen und ich – liege schon wieder hellwach im Bett… Es ist zum aus-der-Haut-fahren! So sehr ich es sonst an mir schätze, dass ich ganz gut im Nachdenken bin, so sehr hasse ich diese Eigenschaft um 1:30 Uhr. Ich liege wach im Bett, versuche, Schäfchen zu zählen, was aber nichts hilft, weil meine Gedanken wieder abschweifen und ich mich mit jenen Dingen zu beschäftigen beginne, die ich sonst den ganzen Tag von mir weg geschoben habe.
Und es ist unglaublich, mit welchen Gedanken mein Hirn so spielt, wenn es sich doch nur auf eines – mich endlich ins Land der Träume zu befördern – konzentrieren sollte: entweder spukt mir der Bürotag durch den Kopf, oder das letzte Telefonat mit meiner Freundin, oder aber die Frage, ob ich mich beim letzten Kennen lernen wie ein kompletter Vollidiot benommen habe. Auch die to-do Liste vom kommenden Tag ist eine amüsante Beschäftigung, ich döse leicht weg, auf einmal fällt mir ein „darauf darf ich morgen auf keinen Fall vergessen“ und schon bin ich wieder hellwach.
Manchmal wird mein Schlaf allerdings von profaneren Dingen verhindert – zB, wenn der Kater meint, dass er um Mitternacht seine Spiel-, Schmuse- und Kuschelstunde haben möchte und im 30-Sekunden-Rhythmus Attacken auf meine Zehen startet. In dem Fall hilft nur eines: Tot stellen und hoffen, dass ihm bald die Lust auf sein Spiel vergeht, bloß nicht auf ihn reagieren, sonst hab ich schon verloren.
Ich habe auch schon alle möglichen Hausmittelchen ausprobiert – Fehlanzeige. Warme Milch mit Honig geht nicht wegen meiner Laktoseintoleranz. Alkohol – ja, man wird herrlich müde drauf, aber der Schlaf ist nicht tief und somit auch nicht erholsam. Und das Einschlafen selbst geht um keine Sekunde schneller. Auch die diversesten Schlaf-gut-Kapseln freuen nur einen: den Produzenten. Sport vor dem Schlafen gehen – keine Chance, danach bin ich nur noch mehr aufgekratzt.
Im Sinne meines Schlafes sollte ich wohl auch froh sein, dass ich Single bin, denn Untersuchungen haben ergeben, dass Männer besser schlafen, wenn eine Frau neben ihnen liegt, wohingegen Frauen schlechter schlafen, wenn ein Mann neben ihnen schläft. … andererseits würde Sex wiederum den Schlaf fördern… Ach, es ist einfach eine Krux.
Und wenn ich es doch mal geschafft habe, einzuschlafen (oder bin ich doch nur vor Erschöpfung bewusstlos geworden?), dann schickt mir sicher irgendjemand um 1:30 Uhr eine SMS, oder es beginnt mitten in der Nacht zu schütten und ich muss aufstehen und die Fenster schließen oder ein Vogel setzt sich bei Dämmerungsbeginn (im Sommer doch irgendwann so gegen vier Uhr nachts) auf mein Fensterbrett und beginnt lautstark zu zwitschern. Das ist wohl der Nachteil, wenn man am Fuße des Nussbergs mit einem herrlichen Ausblick ins Grüne wohnt. In dem Augenblick fällt mir dann immer ein, dass ich vor vielen, vielen Jahren eine Schwäche für das Spiel „Moorhuhn“ hatte…
Tja, in diesem Sinne bin ich immer noch auf der Suche nach der ultimativen Einschlaf-Strategie. Wenn jemand vielleicht einen guten Tipp hat…
Wenn es einen Song gibt, den wohl jeder Mensch kennt, dann ist das von John Miles „Music“. Music was my first love, and it will be my last. Music of the future and music of the past. To live without my music would be impossible to do. In this world of troubles my music pulls me through. Ist es so, wie John Miles singt? Hilft uns die Musik über den Tag drüber? Macht sie unser Leben erst so richtig lebenswert?
Es gibt Menschen, die mit Begeisterung in die Oper gehen oder sich klassische Konzerte anhören, die vom Geigenspiel eines Violinisten so ergriffen sind, dass ihnen die Tränen in die Augen steigen. Ich muss gestehen – zu diesen Menschen, die nach drei Takten einen Komponisten erkennen können, gehöre ich nicht, ich bin im Bereich „Musik“ wesentlich simpler gestrickt. Als Wienerin sind mir natürlich die Walzer der Strauß-Dynastie sehr geläufig (dafür habe ich in meiner Jugend zu viele Bälle eröffnet, als dass dies spurlos an mir vorüber gegangen wäre), und auch der W. A. Mozart ist mir durchaus ein Begriff. Und wenn ich in der Eroicagasse im 19. Bezirk stehe, ist mir bewusst, dass „Eroica“ eine Symphonie von Beethoven ist. Ich gehe auch ab und zu in Opern oder in Konzerte, aber wenn’s mal nicht ist, dann ist es nicht. Mir geht’s nicht ab, wenn ich diese Art der Musik nicht habe.
Was mir hingegen wirklich fehlen würde, ist, wenn ich auf Rock und Pop verzichten müsste. Zuhause und im Büro läuft den ganzen Tag der Radio, von Parties, wo Musik gespielt und getanzt wird, komme ich grundsätzlich heiser nachhause, weil ich bei nahezu jedem Lied dreistimmig mitsingen muss (laut, falsch und mit Begeisterung). Die Leute sind immer wieder von meiner Textsicherheit beeindruckt (na ja, wenn ich schon keinen Ton halten kann, dann sollt ich wenigstens das mit dem Text hinbekommen), gerade, wenn die Songs aus meiner „wilden Jugend“ stammen, denn als Kind der 80er Jahre, das mit Udo Huber und der Hitparade am Sonntag – erinnert ihr euch noch an die Signation: Hit... wähl mit. 6-5-6-7-3-1? – aufgewachsen ist, bin ich besonders in dieser Zeit (und auch noch in den 90er Jahren) sehr sattelfest.
An einer Frage scheitere ich allerdings regelmäßig „nenne ein Lied, das dich zutiefst berührt“ - damit kann man mich für gehörige Zeit außer Gefecht setzen und mich beschäftigen, denn – es gibt so viele, die mich berühren, die etwas aussagen, womit ich mich identifizieren kann, wie soll ich mich da bloß für Eines entscheiden?
Wann berührt uns ein Lied? Nun, meistens, wenn wir eine persönliche Erfahrung damit verknüpfen können, wenn wir uns an ein Erlebnis aus unserer Vergangenheit erinnern können. Und manche diese Erinnerungen lösen positive Gefühle aus, und andere wiederum lassen uns den Angstschauer über den Rücken laufen.
Seit der Trennung von meinem Ex vor einigen Jahren, ist ein Song von „the Police“ ein rotes Tuch für mich: Every breath you take. Immer, wenn ich dieses Lied höre, ist mir der Nach-Trennungs-Terror von ihm in Erinnerung. Und auch, wenn er mir nie etwas getan hat, sobald dieser Song im Radio läuft, fühle ich mich unwohl. Und ich kann mit der Frau, um die es in dem Lied geht, mitfühlen – sie tut mir leid, und ich hoffe, dass sie sich aus ihrer Beziehung befreien konnte. Und ich verstehe – offen gesagt – nicht, warum dieses Lied so gerne als Liebeslied gespielt wird, denn ich finde, in diesem Lied geht es nur um die Kontrolle, die man über einen Menschen haben möchte, über die Macht, die man ausübt – ist das Liebe?
Von Herbert Grönemeyers „der Weg“ kann ich wohl am Ehesten behaupten, dass es mich berührt, versetzt es mich doch immer wieder an einen eisigen Tag im Februar zurück, wo ich am Ottakringer Friedhof gestanden habe und von einem lieben Arbeitskollegen, der leider viel zu früh gestorben ist, Abschied nehmen musste. Und ich ertappe mich mehr als drei Jahre später immer noch dabei, dass mir – sobald ich dieses Lied höre – Tränen über die Wangen kullern und ich an meinen verstorbenen Kollegen denke – dieses Lied ist für mich untrennbar mit ihm verknüpft.
Und es gibt auch zu jedem Mann in meinem Leben ein „ich hab mich gerade so verliebt“ und ein „ich will mir den Mistkerl wieder aus dem Kopf schlagen“-Lied. Zu meinem großen Glück sind die meist aus der „aktuellen Hitparade“, so dass es mir im nächsten Jahr nicht leid darum ist, dass ich dieses Lied nicht mehr hören will oder kann, weil es mit ihm untrennbar verbunden ist. Und so gesehen bin ich sehr froh, dass ich die – meiner Meinung nach – schönsten Liebeslieder noch nicht mit einem gewissen Menschen in Verbindung gebracht habe, die möchte ich mir für den Einen aufsparen, der hoffentlich noch kommen mag.
Was sind aber meiner Meinung nach die schönsten Liebeslieder? Ich kann sie nicht reihen, aber folgende Lieder treffen meiner Meinung nach das Thema „Liebe“ am besten: Billy Joel „Just the way you are“, Freddie Mercury „I was born to love you“ und „Das Beste“ von Silbermond. Bin ich damit eine Kitschnudel, die hoffnungslos in ihrer Kuschelrock-Phase hängen geblieben ist?
Ich kann alle beruhigen: normalerweise hab ich es lieber rockig, und ich glaube, von mir behaupten zu können, dass ich die Kuschelrock-Phase aus meiner Teeniezeit ohne bleibende Schäden überstanden habe. Bei den Gitarrensoli der Red Hot Chili Peppers zB läuft regelmäßig ein wohliger Schauer über meinen Rücken. Ich mag auch die flotteren Nummern von Robbie Williams sehr gerne (die langsamen Songs von ihm ertrage ich nur in homöopathischen Dosen) und bei „Die Ärzte“ bin ich überhaupt glücklich wie ein kleines Kind. Auch die zynischen Texte eines Falco zaubern mir oft ein seliges Lächeln in mein Gesicht. Aber selbst wenn ich es gerne leugnen möchte, Tatsache ist nun mal: ab und zu braucht ein Mädchen einfach was zum Schmachten…
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Zuletzt aktualisiert: 5. Mär, 18:13
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