Indecent proposal
Wenn es etwas auf der Welt gibt, das ich unendlich genieße, dann ist es, mit einem aufregenden Mann zu flirten. Unter einem aufregenden Mann verstehe ich jemanden, den ich optisch wohl ansprechend finde (also Grottenolm soll er keiner sein, aber Adonis ist auch nicht notwendig), der aber über Charme, Witz, Intelligenz und vor allem „Cochones“ verfügt – das noch gepaart mit einer kleinen Prise Frechheit, und alle Zutaten sind vorhanden, die meine Augen zum Strahlen bringen. Manchmal kann ein kleiner, harmloser Flirt jedoch sehr rasch zu einem Spiel mit dem Feuer werden, und ehe frau es sich versieht, ist sie von einem mittleren Buschbrand umgeben…
Endlich hat der Frühsommer Einzug in der Stadt gehalten, und die beliebten Schanigärten sprießen wieder wie die Schwammerl aus dem Boden. Auch ich verabrede mich mit einigen Freunden und Bekannten zu einem Schanigartentreff, einige der Leute kenne ich bereits, andere kenne ich vom Hörensagen und wieder andere sind mir noch gänzlich unbekannt. Eine interessante Mischung also. Und da ich mir für dieses Frühjahr vorgenommen habe, meinen Bekanntenkreis zu erweitern (jaja, immer der Strategie folgend „jeder kennt jeden Menschen über sechs Ecken" – ergo muss auch Mr. Right über diese Schiene auffindbar sein) bin ich schon sehr gespannt. Wie’s der Zufall so will, bin ich als Erste vor Ort, nach wenigen Minuten bekomme ich Gesellschaft von jemandem, den ich bis dato „vom Hörensagen“ kannte. Nachdem es ja lächerlich ist, wenn wir uns zu zweit auf der Tafel verteilen, setzt er sich neben mich und wir beginnen ein bisschen belanglos zu plaudern. Nach und nach trifft auch der Rest der Runde ein, und die Unterhaltung mit meinem Sitznachbarn wird lockerer.
Einige der neu hinzugekommenen stimmen in die Unterhaltung ein, und wir beginnen uns darüber zu unterhalten, wie viele nette Singlemänner es wohl in Wien noch geben mag, welche Erwartungshaltungen Singlefrauen an die Männer haben, und wie sich die Singlefrauen selbst sehen. Mein Sitznachbar vertritt offensiv die Meinung, dass es die Frauen in dieser Beziehung ohnehin einfacher haben – einfach dekorativ in einem Lokal platzieren, und so schnell kannst net schauen, bist angesprochen. Mooooooment, wenn’s gar so einfach wäre, dann wäre ich kein Single mehr… also kontere ich, dass, wenn ich mit Freundinnen unterwegs bin, wir in der Regel nicht angesprochen werden. Mein Sitznachbar kann das überhaupt nicht verstehen. Ich lächle ihn an und sage „du, wir erfüllen einfach nicht das optische Standardanforderungsprofil, dafür sind wir doch etwas zu üppig gebaut“. Mein Sitznachbar lässt seine Blicke langsam über meinen Körper wandern… „aber geh…“. Hach, so schnell wachse ich um 10 cm.
Relativ rasch ändert sich die Art des Gespräches – ich bin nun definitiv an diesem Mann interessiert, ich lausche seinen Worten andächtig, lache, wenn er etwas witziges sagt (und stelle dabei fest, dass seine Witze von der intelligenten Sorte sind), spiele mit meinem Haar, halte Augenkontakt – sprich: ich flirte. Und er zieht mit und erzählt mir von seinem Job als Coach, und dass Leute oft mit den absurdesten Problemen zu ihm kommen. Und dass viele Leute, denen er begegnet, auch gewisse Probleme mit der immer noch sehr anerkannten Monogamie haben. Ich lächle und sage „ich bin in diesem Fall auch ein sehr typisches Einzelkind – ich teile meine Spielsachen auch nicht…“. Irgendwann geht es in der Runde ans zahlen, er zahlt seine Rechnung, ich zähle auf, was ich alles hatte und krame in meiner überdimensionalen Handtasche nach meiner Geldbörse, als ich aus dem Augenwinkel registriere, dass er meine Rechnung – sprich Essen und Getränke – begleicht. Ich protestiere noch „das ist jetzt aber nicht in Ordnung“, er zwinkert mir zu und meint „das hab ich als Dank auch noch nicht gehört“, wir tauschen die Kontaktdaten aus und jeder geht seines Weges.
Verdammt will ich sein, wenn ich noch am selben Tag eine mail schicke… oder anrufe… Ich reiße mich brav zusammen, und siehe da, am nächsten Morgen finde ich schon eine mail von ihm in meinem Postfach – war nett, mich kennen zu lernen, wir sollten mal was trinken gehen. Ich antworte natürlich, liebend gerne, allerdings würde ich diesmal gerne die Rechnung übernehmen. Nein, das kommt gar nicht in Frage, in diesem Fall ist er konservativ (und ich krame in Gedanken die dating rules hervor… wenn ein Mann Essen bezahlt, erwartet er sich Sex…), und so flirten wir leicht und locker via mail ein bisschen weiter. Alles sehr harmlos… Im Laufe des frühen Abends auf einmal ein sehr kurzes mail von ihm, gerade mal zehn Wörter „achja, ist das mit dem Spielzeug nicht teilen noch aktuell?“. Ich stelle mich sicherheitshalber blonder und dümmer, als ich bin „warum willst das wissen?“. Als Antwort wieder nur fünf Wörter „kannst dir das nicht denken?“.
Ich koche vor Wut. Mit fünfzehn Worten die Information "bin liiert - wanna fuck?" zu übermitteln... Hallo? Habe ich „ficken“ oder „notgeil“ auf meiner Stirn stehen? Ich zügle meinen Zorn und verfasse eine lange mail, in der ich ausführlich erkläre, warum ich recht wenig von Affären halte. Ich liege dann in meinem Bett und ärgere mich – wie konnte ich mich nur so in einem Menschen täuschen? Aber es ist ja typisch für mich und mein Leben: die netten Männer finden mich so nett, dass ich in Rekordtempo die neue beste Freundin bin, ergo bleiben mir nur die Arschlöcher über…
Am nächsten Morgen finde ich eine Antwort in meinem Posteingang „eines der längsten Jas, die ich gelesen habe“. Und er wirft mir – zwar sehr charmant und eloquent, aber dennoch unmissverständlich – vor, dass ich als Mittdreißigerin mit zwei Katzen abends zuhause rumhocke, auf lustige mails warte, mich an eigenartige Moralvorstellungen klammere, um es den Männern möglichst schwer zu machen, während das Leben an mir vorüber zieht. Was immer deine Masche sein mag, Goldstück, um mich ins Bett zu kriegen, aber mit dem Vorwurf, ich sei prüde, wirst du das wohl nicht schaffen. Aber meine Neugierde ist geweckt: wie weit wird er wohl gehen? Und werde ich ihn wohl dazu bringen, dass er „bitte“ sagt?
Also steige ich in sein Spielchen ein und wir liefern uns einen Tag lang hitzige Wortgefechte, wo ich ihm immer wieder Knochen zuwerfe, er schlägt ein Treffen vor, ich lehne ab, weil ich schon verabredet bin, stelle aber möglicherweise eines am nächsten Tag in Aussicht. Abends wünscht er mir noch blumig via mail eine gute Nacht.
Am nächsten Tag – kein Muh, kein Mäh, kein gar nichts. Ich beginne zu schmunzeln: glaubt er, dass er mich durch Liebesentzug weich kochen kann? Schatzerl, die Masche hab ich quasi erfunden… also auch von mir kein Mucks an diesem Tag. Am nächsten Tag dann ein mail von ihm, wo er bedauert, dass ich seinem Charme nicht die Möglichkeit gegönnt habe, meine Moralvorstellungen zu untergraben. Ich antworte lapidar mit einem „ach, waren wir für gestern verabredet?“ und er steigt mir wieder darauf ein und das Spiel mit dem Feuer geht weiter.
Langsam fängt er an, mir wirklich Spaß zu machen… Wie weit er zu gehen bereit ist, kann ich in etwa erahnen. Stellt sich nur die Frage: wie weit werde ich wohl gehen?
Endlich hat der Frühsommer Einzug in der Stadt gehalten, und die beliebten Schanigärten sprießen wieder wie die Schwammerl aus dem Boden. Auch ich verabrede mich mit einigen Freunden und Bekannten zu einem Schanigartentreff, einige der Leute kenne ich bereits, andere kenne ich vom Hörensagen und wieder andere sind mir noch gänzlich unbekannt. Eine interessante Mischung also. Und da ich mir für dieses Frühjahr vorgenommen habe, meinen Bekanntenkreis zu erweitern (jaja, immer der Strategie folgend „jeder kennt jeden Menschen über sechs Ecken" – ergo muss auch Mr. Right über diese Schiene auffindbar sein) bin ich schon sehr gespannt. Wie’s der Zufall so will, bin ich als Erste vor Ort, nach wenigen Minuten bekomme ich Gesellschaft von jemandem, den ich bis dato „vom Hörensagen“ kannte. Nachdem es ja lächerlich ist, wenn wir uns zu zweit auf der Tafel verteilen, setzt er sich neben mich und wir beginnen ein bisschen belanglos zu plaudern. Nach und nach trifft auch der Rest der Runde ein, und die Unterhaltung mit meinem Sitznachbarn wird lockerer.
Einige der neu hinzugekommenen stimmen in die Unterhaltung ein, und wir beginnen uns darüber zu unterhalten, wie viele nette Singlemänner es wohl in Wien noch geben mag, welche Erwartungshaltungen Singlefrauen an die Männer haben, und wie sich die Singlefrauen selbst sehen. Mein Sitznachbar vertritt offensiv die Meinung, dass es die Frauen in dieser Beziehung ohnehin einfacher haben – einfach dekorativ in einem Lokal platzieren, und so schnell kannst net schauen, bist angesprochen. Mooooooment, wenn’s gar so einfach wäre, dann wäre ich kein Single mehr… also kontere ich, dass, wenn ich mit Freundinnen unterwegs bin, wir in der Regel nicht angesprochen werden. Mein Sitznachbar kann das überhaupt nicht verstehen. Ich lächle ihn an und sage „du, wir erfüllen einfach nicht das optische Standardanforderungsprofil, dafür sind wir doch etwas zu üppig gebaut“. Mein Sitznachbar lässt seine Blicke langsam über meinen Körper wandern… „aber geh…“. Hach, so schnell wachse ich um 10 cm.
Relativ rasch ändert sich die Art des Gespräches – ich bin nun definitiv an diesem Mann interessiert, ich lausche seinen Worten andächtig, lache, wenn er etwas witziges sagt (und stelle dabei fest, dass seine Witze von der intelligenten Sorte sind), spiele mit meinem Haar, halte Augenkontakt – sprich: ich flirte. Und er zieht mit und erzählt mir von seinem Job als Coach, und dass Leute oft mit den absurdesten Problemen zu ihm kommen. Und dass viele Leute, denen er begegnet, auch gewisse Probleme mit der immer noch sehr anerkannten Monogamie haben. Ich lächle und sage „ich bin in diesem Fall auch ein sehr typisches Einzelkind – ich teile meine Spielsachen auch nicht…“. Irgendwann geht es in der Runde ans zahlen, er zahlt seine Rechnung, ich zähle auf, was ich alles hatte und krame in meiner überdimensionalen Handtasche nach meiner Geldbörse, als ich aus dem Augenwinkel registriere, dass er meine Rechnung – sprich Essen und Getränke – begleicht. Ich protestiere noch „das ist jetzt aber nicht in Ordnung“, er zwinkert mir zu und meint „das hab ich als Dank auch noch nicht gehört“, wir tauschen die Kontaktdaten aus und jeder geht seines Weges.
Verdammt will ich sein, wenn ich noch am selben Tag eine mail schicke… oder anrufe… Ich reiße mich brav zusammen, und siehe da, am nächsten Morgen finde ich schon eine mail von ihm in meinem Postfach – war nett, mich kennen zu lernen, wir sollten mal was trinken gehen. Ich antworte natürlich, liebend gerne, allerdings würde ich diesmal gerne die Rechnung übernehmen. Nein, das kommt gar nicht in Frage, in diesem Fall ist er konservativ (und ich krame in Gedanken die dating rules hervor… wenn ein Mann Essen bezahlt, erwartet er sich Sex…), und so flirten wir leicht und locker via mail ein bisschen weiter. Alles sehr harmlos… Im Laufe des frühen Abends auf einmal ein sehr kurzes mail von ihm, gerade mal zehn Wörter „achja, ist das mit dem Spielzeug nicht teilen noch aktuell?“. Ich stelle mich sicherheitshalber blonder und dümmer, als ich bin „warum willst das wissen?“. Als Antwort wieder nur fünf Wörter „kannst dir das nicht denken?“.
Ich koche vor Wut. Mit fünfzehn Worten die Information "bin liiert - wanna fuck?" zu übermitteln... Hallo? Habe ich „ficken“ oder „notgeil“ auf meiner Stirn stehen? Ich zügle meinen Zorn und verfasse eine lange mail, in der ich ausführlich erkläre, warum ich recht wenig von Affären halte. Ich liege dann in meinem Bett und ärgere mich – wie konnte ich mich nur so in einem Menschen täuschen? Aber es ist ja typisch für mich und mein Leben: die netten Männer finden mich so nett, dass ich in Rekordtempo die neue beste Freundin bin, ergo bleiben mir nur die Arschlöcher über…
Am nächsten Morgen finde ich eine Antwort in meinem Posteingang „eines der längsten Jas, die ich gelesen habe“. Und er wirft mir – zwar sehr charmant und eloquent, aber dennoch unmissverständlich – vor, dass ich als Mittdreißigerin mit zwei Katzen abends zuhause rumhocke, auf lustige mails warte, mich an eigenartige Moralvorstellungen klammere, um es den Männern möglichst schwer zu machen, während das Leben an mir vorüber zieht. Was immer deine Masche sein mag, Goldstück, um mich ins Bett zu kriegen, aber mit dem Vorwurf, ich sei prüde, wirst du das wohl nicht schaffen. Aber meine Neugierde ist geweckt: wie weit wird er wohl gehen? Und werde ich ihn wohl dazu bringen, dass er „bitte“ sagt?
Also steige ich in sein Spielchen ein und wir liefern uns einen Tag lang hitzige Wortgefechte, wo ich ihm immer wieder Knochen zuwerfe, er schlägt ein Treffen vor, ich lehne ab, weil ich schon verabredet bin, stelle aber möglicherweise eines am nächsten Tag in Aussicht. Abends wünscht er mir noch blumig via mail eine gute Nacht.
Am nächsten Tag – kein Muh, kein Mäh, kein gar nichts. Ich beginne zu schmunzeln: glaubt er, dass er mich durch Liebesentzug weich kochen kann? Schatzerl, die Masche hab ich quasi erfunden… also auch von mir kein Mucks an diesem Tag. Am nächsten Tag dann ein mail von ihm, wo er bedauert, dass ich seinem Charme nicht die Möglichkeit gegönnt habe, meine Moralvorstellungen zu untergraben. Ich antworte lapidar mit einem „ach, waren wir für gestern verabredet?“ und er steigt mir wieder darauf ein und das Spiel mit dem Feuer geht weiter.
Langsam fängt er an, mir wirklich Spaß zu machen… Wie weit er zu gehen bereit ist, kann ich in etwa erahnen. Stellt sich nur die Frage: wie weit werde ich wohl gehen?
drewshine - 28. Mai, 21:00
caro (Gast) - 29. Mai, 12:56
hopefully not!
naja rethorik ist ja recht wichtig ... ;-)
drewshine - 29. Mai, 13:46
ja, schon, aber...
....... ;-)
Mara (Gast) - 2. Jun, 19:13
Uiuiui...
das ist wirklich ein Spiel mit dem Feuer... Julia, bitte bitte berichte weiter! Ich glühe auch schon - vor Neugierde... Auch wenn gerade Gewitter das heiße Allgäu abkühlen ^^
mann o mann
have fun
caro
yepp...
busserl
julia