Brave new world
Man kann sagen, was man will – wir leben schon in einem sehr kommunikativen Zeitalter. Jeder hat mindestens ein Handy (aus tarifoptimierenden Gründen hab ich z.B. zwei…), wir schreiben mails, chatten, posten in Foren – alle sind wir ständig erreichbar und rund um den Globus vernetzt. Ich selbst finde diese neue Art der Kommunikation toll: es gibt kaum mehr ein „aus den Augen, aus dem Sinn“, weil ich jederzeit meiner Freundin in den USA ein kurzes mail schreiben kann und so den Kontakt halten kann. Früher war das ja alles wahnsinnig schwierig, hinsetzen, Brief in Schönschrift schreiben, kuvertieren, frankieren, feststellen, dass man keine passende Marke hat, zur Post laufen, feststellen, dass die Post schon geschlossen hat, Brief zuhause wo hin legen und am nächsten Tag den Brief nicht mehr finden… Nein, da sind mails und Co. schon eine enorme Erleichterung.
Vor allem tun sich „online“ Möglichkeiten auf, die man „in real life“ nicht so rasch hätte. Ich habe zB über einige Internetforen auch viele Freunde im Ausland, diese Menschen wären mir ohne Internet wohl nicht über den Weg gelaufen. Und mir sind diese virtuellen Freundschaften auch sehr wichtig, auch, wenn ich die Person zuvor noch nie gesehen oder gehört habe, so sind sie mir doch ans Herz gewachsen und ich möchte sie nicht mehr missen.
Ja, ok, von der online-Singlebörse bin ich selbst nicht wirklich überzeugt. Das liegt wohl hauptsächlich an der Tatsache, dass 99,5 % aller Männer in ihrem Anforderungsprofil für ihre Traumfrau „schlank“ angeben, und auch, wenn ich nicht kugelrund bin, aber ich bin doch recht kurvig, und ich selbst finde es dann entwürdigend, wenn ich dann mails bekomme mit der Aufforderung, doch ein Ganzkörperbild von mir zu schicken, damit der betreffende Mann vor einem Treffen abchecken kann, ob ich „eh noch geh’…“. Wir sind ja schließlich nicht bei der Fleischbeschau…
Aber sonst ist das Internet toll. Ich mag auch Plattformen wie Xing, vor allem, nachdem ich herausgefunden habe, dass es dort auch Gruppen gibt, wo man sich mit Gleichgesinnten unterhalten kann und neue Kontakte knüpfen kann. Bei einer jungen, aktiven Regionalgruppe bin ich auch recht rege vertreten, und bin froh über die Möglichkeiten, die mir diese Gruppe bietet – wenn ich nicht alleine sporteln möchte, findet sich immer jemand, der mitmacht. Wenn ich nicht alleine weggehen möchte – eine Gruppe ist rasch beieinander. Und auch bei Unklarheiten wird gerne geholfen. Man vernetzt sich halt. Und manchmal trifft man einander auch im großen Rahmen – so wie vergangenen Freitag in der Wiener Kultdisko U4 – wo rund 300 Menschen ausgelassen gefeiert haben und wo man die Möglichkeit bekommt, mit einigen Leuten, die man bis dato nur vom Schreiben her kennt, ein bissl zu plaudern.
Aber nicht nur Xing bietet tolle Kommunikationsmöglichkeiten. Letzte Woche bin ich erstmals auf Skype aufmerksam geworden (ja, ich weiß, ich bin einige Jahre hintnach) und neugierig, wie ich nun mal bin, habe ich mir sofort die Software runter geladen und installiert. … was damit geendet hat, dass ich bis halb 2 in der Nacht mit zwei Freundinnen gechattet hab, was wiederum meinem Schlaf nicht sonderlich zuträglich war… Und ich bin heute schon brav zum Cosmos gepilgert und habe mir ein Headset organisiert, damit ich auch „richtig“ skypen kann.
Bei all der Euphorie über die tollen Möglichkeiten, die sich „meiner Generation“ bieten, blitzt aber immer wieder eine gewisse Skepsis in mir hoch. Ja, es ist super, toll, aber mit gewohnt-selbstkritischem Blick bemerke ich, dass ich ziemliche Entzugserscheinungen bekomme, wenn ich mal keine Möglichkeit habe, meine mails abzurufen oder mich ins Internet reinzuhängen. Ich hab oft das Bedürfnis, mich auch tagsüber in meine Foren und Gruppen einzuklinken, einfach, weil ich die Angst habe, dass ich was Wesentliches, Witziges, Spannendes verpassen könnte. Sobald ich nachhause komme, werfe ich den PC an und checke, ob sich meine Welt in meiner Abwesenheit auch weiter gedreht hat… Und ich überlege, ob es wohl eine Möglichkeit gibt, mein Handy skype-tauglich zu machen, ohne dass ich den Provider wechseln muss. Auch mein Verhalten ändert sich: ich habe einen neuen Reflex entwickelt, den „antworten“-Reflex. Kaum ein mail oder eine persönliche Nachricht, die unbeantwortet bleiben… Und da ich gerne zu etwas… na, sagen wir „ausschweifenden“ Formulierungen neige, stelle ich oft fest, dass mir die Zeit davon läuft und ich zu einigen Dingen, die ich auch gerne gemacht hätte, gar nicht komme. So schnell kann man gar nicht schauen, ist es schon Mitternacht, und die Augenringe am nächsten Tag haben biblische Ausmaße und lassen sich nur sehr mühsam überschminken.
Langsam beschleicht mich das leise Gefühl, dass da etwas falsch läuft. Warum nehme ich mir nicht die Zeit, und treffe mich „live“ mit den Leuten, wenn ich mich mit ihnen unterhalten mag? Warum hocken junge, aktive Wiener am Samstagabend bis spät in der Nacht vor dem PC und liefern sich Postingschlachten, wo man sich doch in einem Lokal oder meinetwegen auch in einer Wohnung treffen könnte? Warum versuchen wir, der Einsamkeit zu entfliehen, indem wir uns alleine vor einen PC setzen?
Irgendwie hab ich den Eindruck, als ob das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Miteinander, das endlich-nicht-mehr-einsam-Sein in Wahrheit auch nur eine Illusion ist, die uns die schöne neue Welt da vorgaukelt…
Vor allem tun sich „online“ Möglichkeiten auf, die man „in real life“ nicht so rasch hätte. Ich habe zB über einige Internetforen auch viele Freunde im Ausland, diese Menschen wären mir ohne Internet wohl nicht über den Weg gelaufen. Und mir sind diese virtuellen Freundschaften auch sehr wichtig, auch, wenn ich die Person zuvor noch nie gesehen oder gehört habe, so sind sie mir doch ans Herz gewachsen und ich möchte sie nicht mehr missen.
Ja, ok, von der online-Singlebörse bin ich selbst nicht wirklich überzeugt. Das liegt wohl hauptsächlich an der Tatsache, dass 99,5 % aller Männer in ihrem Anforderungsprofil für ihre Traumfrau „schlank“ angeben, und auch, wenn ich nicht kugelrund bin, aber ich bin doch recht kurvig, und ich selbst finde es dann entwürdigend, wenn ich dann mails bekomme mit der Aufforderung, doch ein Ganzkörperbild von mir zu schicken, damit der betreffende Mann vor einem Treffen abchecken kann, ob ich „eh noch geh’…“. Wir sind ja schließlich nicht bei der Fleischbeschau…
Aber sonst ist das Internet toll. Ich mag auch Plattformen wie Xing, vor allem, nachdem ich herausgefunden habe, dass es dort auch Gruppen gibt, wo man sich mit Gleichgesinnten unterhalten kann und neue Kontakte knüpfen kann. Bei einer jungen, aktiven Regionalgruppe bin ich auch recht rege vertreten, und bin froh über die Möglichkeiten, die mir diese Gruppe bietet – wenn ich nicht alleine sporteln möchte, findet sich immer jemand, der mitmacht. Wenn ich nicht alleine weggehen möchte – eine Gruppe ist rasch beieinander. Und auch bei Unklarheiten wird gerne geholfen. Man vernetzt sich halt. Und manchmal trifft man einander auch im großen Rahmen – so wie vergangenen Freitag in der Wiener Kultdisko U4 – wo rund 300 Menschen ausgelassen gefeiert haben und wo man die Möglichkeit bekommt, mit einigen Leuten, die man bis dato nur vom Schreiben her kennt, ein bissl zu plaudern.
Aber nicht nur Xing bietet tolle Kommunikationsmöglichkeiten. Letzte Woche bin ich erstmals auf Skype aufmerksam geworden (ja, ich weiß, ich bin einige Jahre hintnach) und neugierig, wie ich nun mal bin, habe ich mir sofort die Software runter geladen und installiert. … was damit geendet hat, dass ich bis halb 2 in der Nacht mit zwei Freundinnen gechattet hab, was wiederum meinem Schlaf nicht sonderlich zuträglich war… Und ich bin heute schon brav zum Cosmos gepilgert und habe mir ein Headset organisiert, damit ich auch „richtig“ skypen kann.
Bei all der Euphorie über die tollen Möglichkeiten, die sich „meiner Generation“ bieten, blitzt aber immer wieder eine gewisse Skepsis in mir hoch. Ja, es ist super, toll, aber mit gewohnt-selbstkritischem Blick bemerke ich, dass ich ziemliche Entzugserscheinungen bekomme, wenn ich mal keine Möglichkeit habe, meine mails abzurufen oder mich ins Internet reinzuhängen. Ich hab oft das Bedürfnis, mich auch tagsüber in meine Foren und Gruppen einzuklinken, einfach, weil ich die Angst habe, dass ich was Wesentliches, Witziges, Spannendes verpassen könnte. Sobald ich nachhause komme, werfe ich den PC an und checke, ob sich meine Welt in meiner Abwesenheit auch weiter gedreht hat… Und ich überlege, ob es wohl eine Möglichkeit gibt, mein Handy skype-tauglich zu machen, ohne dass ich den Provider wechseln muss. Auch mein Verhalten ändert sich: ich habe einen neuen Reflex entwickelt, den „antworten“-Reflex. Kaum ein mail oder eine persönliche Nachricht, die unbeantwortet bleiben… Und da ich gerne zu etwas… na, sagen wir „ausschweifenden“ Formulierungen neige, stelle ich oft fest, dass mir die Zeit davon läuft und ich zu einigen Dingen, die ich auch gerne gemacht hätte, gar nicht komme. So schnell kann man gar nicht schauen, ist es schon Mitternacht, und die Augenringe am nächsten Tag haben biblische Ausmaße und lassen sich nur sehr mühsam überschminken.
Langsam beschleicht mich das leise Gefühl, dass da etwas falsch läuft. Warum nehme ich mir nicht die Zeit, und treffe mich „live“ mit den Leuten, wenn ich mich mit ihnen unterhalten mag? Warum hocken junge, aktive Wiener am Samstagabend bis spät in der Nacht vor dem PC und liefern sich Postingschlachten, wo man sich doch in einem Lokal oder meinetwegen auch in einer Wohnung treffen könnte? Warum versuchen wir, der Einsamkeit zu entfliehen, indem wir uns alleine vor einen PC setzen?
Irgendwie hab ich den Eindruck, als ob das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Miteinander, das endlich-nicht-mehr-einsam-Sein in Wahrheit auch nur eine Illusion ist, die uns die schöne neue Welt da vorgaukelt…
drewshine - 19. Mai, 19:51
sarah_t - 22. Mai, 11:35
Skype :)
Ich nutze Skype etc vor allem zur Kommunikation mit Leuten, die weit weg wohnen. Ich bin zwar nicht 900km weg, aber ca. 350km lassen sich auch nicht so leicht für nur einen Abend überbrücken (bzw macht das nur selten sinn).
Oft chatte ich aber auch mit Leuten, die nicht weit weg sind von mir, die zum Teil um die Ecke wohnen. Warum nicht treffen? Wenn ich jemanden treffe, mach ich sonst nix. Wenn ich ohnehin am Computer sitze (weil ich zB etwas für die FH mach), kann ich nebenbei auch chatten.
Oft chatte ich aber auch mit Leuten, die nicht weit weg sind von mir, die zum Teil um die Ecke wohnen. Warum nicht treffen? Wenn ich jemanden treffe, mach ich sonst nix. Wenn ich ohnehin am Computer sitze (weil ich zB etwas für die FH mach), kann ich nebenbei auch chatten.
uff, Treffer in der Magengegend
Ich fände es allerdings noch viel mekwürdiger, mit Leuten aus meinem Wohnort zu chatten, zu skypen oder was sonst. Ich bin eher fü den persönlichen Kotakt. Es geht alles schneller und effekiver, Mißverständnisse kommen nicht so schnell auf und man weiß eben insgesamt eher, woran man ist. Damit meine ich nicht nur ob das Gegenüber eher kurvig ist oder nicht (bei der Partnersuche muß man mit mehr oder weniger verhohlener Fleischbeschau rechnen!), sondern auch charakterlche Stärken oder Maken fallen viel mehr auf.
Trotzdem freue ich mich über die Kontaktmöglichkeiten von z.B. Basel nach Wien... ;)
andererseits hats auch durchaus vorteile: unfrisiert und im pyjama könnt ich mich wohl nicht mit den leuten treffen ;-).
aber stimmt, den baseler kontakt hätt ich ohne i-net sicher nicht ;-)