Freitag, 25. April 2008

It's the end of the world (as we know it)

Beständigkeit... vielleicht eines jener Dinge, die wir im Leben ganz besonders erstrebenswert finden. Und auch ich gestehe, dass ich in einigen Bereichen ein ziemlicher Monk bin, der es partout nicht ausstehen kann, wenn etwas, woran ich mich im Laufe der Jahre gewöhnt habe, auf einmal geändert wird. Vielleicht bin ich damit langweilig, aber ab und zu mag ich es in meinem Leben, wenn mich täglich (oder sagen wir besser: regelmäßig) das Murmeltier grüßt.

Zum Beispiel bringt der mittlerweile beendete Autorenstreik in den USA meinen Montagabend extrem durcheinander: kein Grey’s Anatomy und kein Private Practice bis zum Herbst. Dabei haben wir doch grad erst mal Frühling, ich kann mich doch nicht Ende April schon auf den Oktober freuen, nein, das geht gar nicht. Und auch, wenn ich einige Folgen auf meinem Festplattenrekorder archiviert habe (der Großteil ist ja leider dem Festplattencrash im März zum Opfer gefallen) und mir auch die ersten Staffeln auf DVD quasi in Endlosschleife ansehen könnte, aber man will ja doch wissen, wie’s weiter geht, möchte mit Meredith, McDreamy, Addison und Pete mitleiden und mitfiebern. Außerdem finde ich es regelrecht ungewohnt, wenn ich am Dienstag nicht mit balkenartigen Augenringen im Office antanze sondern geradezu… ausgeschlafen bin (weil ich nicht bis nach Mitternacht wach bin, weil mich die Aufregung hellwach hält). Was für eine schockierende Erfahrung.

Das Zweite, das mir das Leben vergällen kann, ist, wenn von einem Tag auf den anderen mein Lieblingsparfum „delisted“ wird, um es auf neudeutsch zu sagen. Ich verwende seit ewigen Zeiten „by“ von Dolce & Gabbana und war letztes Jahr einem mittleren Nervenzusammenbruch nahe, als ich mitbekommen habe, dass die Parfumabteilung von D&G verkauft wurde, und der neue Eigentümer als erstes meinen Lieblingsduft gestrichen hat. Um es mit den Ärzten zu sagen: dürfen die das? So viele mehr als nur fürchterliche Geruchsvarianten, die die Ausrottung durchaus verdient hätten, und was wird nicht mehr produziert? Mein heiß geliebtes „by“… Solche Meldungen können frau durchaus für drei Wochen die gute Laune verderben.

Aber als ob ich mit diesen Katastrophen nicht schon genug gestraft worden wäre, hab ich diese Woche erfahren, dass ich von noch einer Gewohnheit Abschied nehmen muss: kein Ö3 Wecker mehr mit Peter L. Eppinger…

Ich muss gestehen, ich hab schon als Kind und als Teenager jeden Tag in der Früh den Wecker gehört. Als ich dann mit meinem Ex zusammengezogen bin, musste ich mich auf „Radio Wien“ umstellen, da mein Ex darauf bestanden hat, diesen Sender zu hören (was tut frau nicht alles um des lieben Hausfriedens willen…). Und so muss ich zu meiner großen Schande gestehen, dass ich die glorreichen Zeiten eines Harry Raithofer und den Vignettenman überhaupt nicht aktiv mitbekommen habe. Als mein Ex dann vor vier Jahren ausgezogen ist, war das Erste, das ich getan habe, dass ich den Sender von der Stereoanlage umgeschaltet habe. Endlich wieder der Wecker in der Früh…

Mit der Zeit hat sich dann herauskristallisiert, dass ich eine Lieblingsstimme beim Wecker habe. Und auch, wenn ich jetzt die Mehrheit der Österreicher gegen mich habe, aber… es ist nicht der Robert Kratky. Seine Stimme knarzt mir in der Früh einfach zu sehr und außerdem hör ich am Morgen lieber die heimatlichen Klänge einer Wiener Stimme. Abgesehen davon hat sich’s der Robert Kratky mit mir im Herbst 2004 ziemlich verscherzt, denn da lief im ORF tagein tagaus seine Actimel-Werbung, mit dem Slogan „Komm, nies mich an“. Aufgrund der Tatsache, dass ich selbst laktoseintolerant bin (und man mich mit einem Actimel für mehrere Tage außer Gefecht setzen kann, soviel zum Thema „zwei Wochen zufrieden testen oder Geld zurück“), hätt’ ich jedes Mal, wenn ich den Spot gesehen habe, in den Fernseher schlagen können. Gut, ich hätte jedes Werbetestimonial verteufelt, das für ein Milchprodukt so exzessiv Werbung macht, in dem Fall hat halt der Kratky meinen geballten Konsumentenunmut abbekommen (ich nehme an, sein Ego ist groß genug, dass er mit dieser Tatsache leben kann). Und ich gestehe, ich hab bei meinem ersten Besuch in der Wäscherei einen Lachanfall bekommen, als ich gesehen hab, dass ein Kellner dort mit einem Shirt rum lief, auf dem stand „Kratky hat mich angehustet“. Sei’s wie es sei, der Großteil der Fangemeinde darf mich nun steinigen, aber ich oute mich hiermit als Jeder-nur-nicht-Kratky-Fan und gelobe jedem zweiten Weckermoderator die ewige Hörertreue.

Nachdem ich nun seit doch über 2 Jahren den ganzen Tag über das Radio im Büro laufen habe, habe ich viele der Moderatoren mittlerweile gehört. Und habe über den ganzen Tag verteilt meine Lieblinge gefunden und auch jene, die ich eher entbehrlich finde. Als Frau hab ich natürlich zu den Männerstimmen eine höhere Affinität, das stimmt schon (auch wenn die Moderatorinnenriege allesamt eine ausgesprochen schöne Sprechweise hat und mit sehr angenehmen Stimmen vertreten ist). Über den Tag verteilt habe ich eigentlich nur einen Mann gefunden, der mir ebenso wie der Robert Kratky auf die Nerven geht: Andi Knoll.

… von demher ist’s ja jetzt fast schon ein Treppenwitz der Geschichte, wenn ich jetzt sage, dass Zeitungsberichten zufolge Andi Knoll der Ersatz vom Peter L. Eppinger wird… Warum nicht Armin Rogl, oder Gerald Fleischhacker… aber nein, das Universum hat anscheinend entschieden, dass es für mich an der Zeit ist, dass ich mich von meinen lieb gewonnenen Morgengewohnheiten trenne und mir von sechs bis neun einen anderen Radiosender suche. Anyone any ideas?
Laru - 25. Apr, 23:46

..in Wahrheit sind wir doch alle fürchterlich unflexibel.
Ich hab ja schon beinahe Nervenzusammenbrüche, wenn ich mir für den NAchmittag mit irgendwem etwas ausgemacht habe, mich darauf eingestellt habe und es findet dann nicht statt..
Oder ich treffe mich plötzlich mit jemandem und muss wegen dem MIttagessen plötzlich umdispunieren.. dabei ist der Kühlschrankinhalt gerade so perfekt auf den Speiseplan abgestimmt gewesen..*laruneurotisiert*

drewshine - 26. Apr, 09:14

ich würd nicht sagen "fürchterlich unsensibel", aber zumindest "partiell unsensibel". und wenn man in einigen bereichen extrem flexibel sein muss, hängt man halt in den - zugegeben eher unwichtigeren - am gewohnten.

aber sind wir nicht alle ein bisschen bluna? ;-)))
drewshine - 13. Mai, 09:14

unerfüllte erwartungen...

da quält frau sich an einem falschen montag mühsam vor 7 uhr aus dem bett, wankt zum radio, stellt sich seelisch auf die stimme vom andi knoll ein und... wird angenehm überrascht, weil ihre erwartungshaltung nicht erfüllt wurde. in dem sinne freu ich mich ganz einfach, dass der heutige tag mit dem eppi begonnen hat, und hinterfrage nicht das warum und wieso.

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