Dienstag, 5. Juni 2007

Music

Wenn es einen Song gibt, den wohl jeder Mensch kennt, dann ist das von John Miles „Music“. Music was my first love, and it will be my last. Music of the future and music of the past. To live without my music would be impossible to do. In this world of troubles my music pulls me through. Ist es so, wie John Miles singt? Hilft uns die Musik über den Tag drüber? Macht sie unser Leben erst so richtig lebenswert?

Es gibt Menschen, die mit Begeisterung in die Oper gehen oder sich klassische Konzerte anhören, die vom Geigenspiel eines Violinisten so ergriffen sind, dass ihnen die Tränen in die Augen steigen. Ich muss gestehen – zu diesen Menschen, die nach drei Takten einen Komponisten erkennen können, gehöre ich nicht, ich bin im Bereich „Musik“ wesentlich simpler gestrickt. Als Wienerin sind mir natürlich die Walzer der Strauß-Dynastie sehr geläufig (dafür habe ich in meiner Jugend zu viele Bälle eröffnet, als dass dies spurlos an mir vorüber gegangen wäre), und auch der W. A. Mozart ist mir durchaus ein Begriff. Und wenn ich in der Eroicagasse im 19. Bezirk stehe, ist mir bewusst, dass „Eroica“ eine Symphonie von Beethoven ist. Ich gehe auch ab und zu in Opern oder in Konzerte, aber wenn’s mal nicht ist, dann ist es nicht. Mir geht’s nicht ab, wenn ich diese Art der Musik nicht habe.

Was mir hingegen wirklich fehlen würde, ist, wenn ich auf Rock und Pop verzichten müsste. Zuhause und im Büro läuft den ganzen Tag der Radio, von Parties, wo Musik gespielt und getanzt wird, komme ich grundsätzlich heiser nachhause, weil ich bei nahezu jedem Lied dreistimmig mitsingen muss (laut, falsch und mit Begeisterung). Die Leute sind immer wieder von meiner Textsicherheit beeindruckt (na ja, wenn ich schon keinen Ton halten kann, dann sollt ich wenigstens das mit dem Text hinbekommen), gerade, wenn die Songs aus meiner „wilden Jugend“ stammen, denn als Kind der 80er Jahre, das mit Udo Huber und der Hitparade am Sonntag – erinnert ihr euch noch an die Signation: Hit... wähl mit. 6-5-6-7-3-1? – aufgewachsen ist, bin ich besonders in dieser Zeit (und auch noch in den 90er Jahren) sehr sattelfest.

An einer Frage scheitere ich allerdings regelmäßig „nenne ein Lied, das dich zutiefst berührt“ - damit kann man mich für gehörige Zeit außer Gefecht setzen und mich beschäftigen, denn – es gibt so viele, die mich berühren, die etwas aussagen, womit ich mich identifizieren kann, wie soll ich mich da bloß für Eines entscheiden?

Wann berührt uns ein Lied? Nun, meistens, wenn wir eine persönliche Erfahrung damit verknüpfen können, wenn wir uns an ein Erlebnis aus unserer Vergangenheit erinnern können. Und manche diese Erinnerungen lösen positive Gefühle aus, und andere wiederum lassen uns den Angstschauer über den Rücken laufen.

Seit der Trennung von meinem Ex vor einigen Jahren, ist ein Song von „the Police“ ein rotes Tuch für mich: Every breath you take. Immer, wenn ich dieses Lied höre, ist mir der Nach-Trennungs-Terror von ihm in Erinnerung. Und auch, wenn er mir nie etwas getan hat, sobald dieser Song im Radio läuft, fühle ich mich unwohl. Und ich kann mit der Frau, um die es in dem Lied geht, mitfühlen – sie tut mir leid, und ich hoffe, dass sie sich aus ihrer Beziehung befreien konnte. Und ich verstehe – offen gesagt – nicht, warum dieses Lied so gerne als Liebeslied gespielt wird, denn ich finde, in diesem Lied geht es nur um die Kontrolle, die man über einen Menschen haben möchte, über die Macht, die man ausübt – ist das Liebe?

Von Herbert Grönemeyers „der Weg“ kann ich wohl am Ehesten behaupten, dass es mich berührt, versetzt es mich doch immer wieder an einen eisigen Tag im Februar zurück, wo ich am Ottakringer Friedhof gestanden habe und von einem lieben Arbeitskollegen, der leider viel zu früh gestorben ist, Abschied nehmen musste. Und ich ertappe mich mehr als drei Jahre später immer noch dabei, dass mir – sobald ich dieses Lied höre – Tränen über die Wangen kullern und ich an meinen verstorbenen Kollegen denke – dieses Lied ist für mich untrennbar mit ihm verknüpft.

Und es gibt auch zu jedem Mann in meinem Leben ein „ich hab mich gerade so verliebt“ und ein „ich will mir den Mistkerl wieder aus dem Kopf schlagen“-Lied. Zu meinem großen Glück sind die meist aus der „aktuellen Hitparade“, so dass es mir im nächsten Jahr nicht leid darum ist, dass ich dieses Lied nicht mehr hören will oder kann, weil es mit ihm untrennbar verbunden ist. Und so gesehen bin ich sehr froh, dass ich die – meiner Meinung nach – schönsten Liebeslieder noch nicht mit einem gewissen Menschen in Verbindung gebracht habe, die möchte ich mir für den Einen aufsparen, der hoffentlich noch kommen mag.

Was sind aber meiner Meinung nach die schönsten Liebeslieder? Ich kann sie nicht reihen, aber folgende Lieder treffen meiner Meinung nach das Thema „Liebe“ am besten: Billy Joel „Just the way you are“, Freddie Mercury „I was born to love you“ und „Das Beste“ von Silbermond. Bin ich damit eine Kitschnudel, die hoffnungslos in ihrer Kuschelrock-Phase hängen geblieben ist?

Ich kann alle beruhigen: normalerweise hab ich es lieber rockig, und ich glaube, von mir behaupten zu können, dass ich die Kuschelrock-Phase aus meiner Teeniezeit ohne bleibende Schäden überstanden habe. Bei den Gitarrensoli der Red Hot Chili Peppers zB läuft regelmäßig ein wohliger Schauer über meinen Rücken. Ich mag auch die flotteren Nummern von Robbie Williams sehr gerne (die langsamen Songs von ihm ertrage ich nur in homöopathischen Dosen) und bei „Die Ärzte“ bin ich überhaupt glücklich wie ein kleines Kind. Auch die zynischen Texte eines Falco zaubern mir oft ein seliges Lächeln in mein Gesicht. Aber selbst wenn ich es gerne leugnen möchte, Tatsache ist nun mal: ab und zu braucht ein Mädchen einfach was zum Schmachten…

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